Geldanlagen

Börsen trotzen dem Nahost-Konflikt

Nach einem turbulenten Frühjahr mit deutlichen Kursausschlägen haben sich die Aktienmärkte wieder stabilisiert. Wer investiert blieb, wurde belohnt – und die jüngsten Kursgewinne unterstreichen einmal mehr, dass langfristiges Durchhalten oft wichtiger ist als perfektes Timing. 

Publiziert am

15. April 2026

In den vergangenen sechs Wochen glich die Kursentwicklung an den Börsen einer Achterbahnfahrt. Nachdem der deutsche Aktienmarkt Ende Februar neue Rekordstände erreicht hatte, ging es mit dem Iran-Konflikt kräftig nach unten.

Der DAX gab seine seit Jahresbeginn erzielten Kursgewinne wieder ab und notierte zwischenzeitlich sogar deutlich niedriger als noch Anfang Januar. Doch Hoffnungen auf eine Entspannung der Lage in Nahost bügelten die Kursdelle wieder aus (siehe Grafik unten).

In den USA legte der Nasdaq 100 am Dienstag sogar den zehnten Tag in Folge zu – das war zugleich die längste Serie an positiven Tagesbewegungen seit fünf Jahren. Zudem notieren zahlreiche Aktien auf Rekordhochs.

Diese Entwicklung bestätigt einmal mehr, dass es sich auszahlt, auch in scheinbar schwierigen Zeiten investiert zu bleiben. Wer im Laufe der Konfliktwirren im März seine Positionen verkauft hatte, dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit den passenden Moment zum Wiedereinstieg verpasst haben. Für den langfristigen Anlageerfolg ist es daher weniger relevant, wann man einsteigt, als dass man dauerhaft investiert bleibt. 

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung sind noch nicht alle Stolpersteine aus dem Weg geräumt. Der Ölpreis verharrt weiterhin nahe an der 100-Dollar-Grenze, weil die für die Ölversorgung wichtige Straße von Hormus blockiert bleibt – nach dem Iran verhindern nun auch die USA die Durchfahrt für Schiffe. Die Blockade der USA gilt allerdings nur für Schiffe, die Häfen im Iran ansteuern. Der Schiffsverkehr mit anderen Golfstaaten ist davon nicht betroffen.

Aufgrund der unsicheren Lage sehen die Reedereien aber weiterhin davon ab, ihre Schiffe in Bewegung zu setzen. Das wird kurzfristig zu keiner Entspannung beim Ölpreis beitragen. Er dürfte deshalb die Teuerung vorderhand anheizen. Das zeigte sich jüngst in den USA, als die für März ausgewiesene Inflation von 2,4 auf 3,3 Prozent kletterte. Experten hatten den Anstieg allerdings in diesem Ausmaß erwartet. Die Marktteilnehmer erwarten nach wie vor keine Leitzinserhöhung in den USA. Die Futures-Kurse unterstellen mindestens bis zum Jahresende einen unveränderten Leitzins. 

Weitere Wirtschaftsnews

IWF nimmt Wachstumsprognosen leicht zurück 

Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) dämpft der Nahost-Konflikt das globale Wirtschaftswachstum, wenngleich die Effekte bisher moderat ausfallen. Überdurchschnittlich stark betroffen sind Europa und insbesondere Deutschland aufgrund ihrer Energieabhängigkeit. Für 2026 prognostiziert der IWF lediglich noch 3,1 Prozent weltweites Wachstum. In der Januar‑Prognose 2026 waren noch 3,3 Prozent Wachstum erwartet worden. 

US-Konsumentenvertrauen trübt sich ein 

Unter dem Eindruck des Iran-Konflikts und dem damit verbundenen Ölpreis-Schock hat sich in den USA das Barometer für die Konsumlaune abgeschwächt. Der Index fiel von 53,3 auf 47,6 Zähler – und damit auf den tiefsten Stand seit dem Beginn der Erhebungen. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang auf 52 Punkte gerechnet. Gleichzeitig erwarten die Befragten, dass die Inflation in den nächsten 12 Monaten um einen Prozentpunkt auf 4,8 Prozent steigt.  

Schwächelnde Kreditnachfrage in China 

Die Neukreditvergabe chinesischer Banken fiel im März 2026 auf den niedrigsten Stand seit 2021. Auch die Gesamtfinanzierung blieb deutlich unter den Erwartungen. Das signalisiert eine anhaltend schwache Kreditnachfrage der Konsumenten. Der chinesische Handelsüberschuss ist im März zudem auf 51 Milliarden Dollar gefallen und blieb damit deutlich hinter den Markterwartungen zurück. Für das Gesamtjahr erwarten Ökonomen ein Plus der chinesischen Wirtschaft von 4,6 Prozent.

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