Geldanlagen

Warum Gold als Geldanlage nur bedingt tauglich ist

Als Krisenwährung ist das Edelmetall noch immer gefragt: Der Ukraine-Konflikt hat den Goldpreis deutlich ansteigen lassen. Auf lange Sicht lassen sich mit Gold aber keine attraktiven Renditen erzielen. Als Vermögensbestandteil sollte es – wenn überhaupt – nur eine Nebenrolle spielen.

Michael Ausfelder

Analyst
Aktualisiert am
04. August 2022

Kommt es auf der Welt zu größeren politischen Verwerfungen, ist auf das Gold Verlass: Der Preis des Edelmetalls erfährt dann regelmäßig einen Schub. Vor Ausbruch des Ukraine-Krieges kletterte der Preis fast bis auf 2.000 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Dieses Niveau konnte er aber nicht halten.

In normalen Zeiten ist mit Gold nicht viel los. Der Preis schwankt mal mehr und mal weniger, doch tendenziell bewegt er sich nur sehr gemächlich nach oben. (siehe Grafik). Das bedeutet: Mit Gold haben Anleger Mühe, nur den Wertverlust durch Inflation auszugleichen, also real überhaupt Zuwächse zu erzielen.

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Gold bringt keine Zinsen

Der langfristig nur geringe Anstieg des Goldpreises hat viele Gründe. Der vielleicht wichtigste: Gold schüttet seinen Besitzern keine Zinsen aus. In Nullzins-Zeiten fällt das nicht so sehr ins Gewicht, da ja dann auch mit Staatsanleihen als Alternative nicht viel zu holen ist. Steigen aber die Zinsen, verliert Gold im Verhältnis zu Anleihen an Attraktivität. Ein weiterer Grund: Abgesehen von der Schmuckindustrie wird Gold eigentlich von der Wirtschaft nicht gebraucht. 

Von den langen Schlangen, die sich immer mal wieder vor Geldhändlern bilden, sollten sich Anleger nicht täuschen lassen. Privatanleger beeinflussen den Goldpreis kaum. Der Preis wird von Profis gemacht, die das Edelmetall nicht physisch kaufen, sondern in Form von Futures und Optionen handeln.

Wertzuwächse sind steuerfrei

Anleger, die eine attraktive Rendite für ihr Kapital suchen, sollten sich deshalb nach anderen Anlageklassen umsehen. Allen voran nach Aktien. Die schwanken zwar stark und rauschen hin und wieder auch mal kräftig nach unten – wie aktuell im Vorfeld des Ukraine-Krieges geschehen. Über längere Zeiträume bieten Aktien aber gute Chancen auf deutliche Kurssteigerungen. Zudem schütten viele Aktien Dividenden aus.

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Als kleiner Bestandteil des Vermögens indes kann Gold durchaus eine sinnvolle Rolle spielen. Denn das Edelmetall hat auch einige positive Seiten. Neben dem Gefühl der Sicherheit, das es in unsicheren Zeiten vermittelt, bietet es handfeste Steuervorteile: Während Zinseinnahmen sowie Dividenden und Kursgewinne auf Aktien pauschal mit rund 26,5 Prozent versteuert werden, sind Wertzuwächse auf physisches Gold steuerfrei, sofern es frühestens nach einem Jahr wieder verkauft wird. Physisches Gold in Form von Barren oder Münzen kann auch leicht einfach mitgenommen werden, wenn man zum Beispiel nach Ausbruch eines Krieges seinen Standort verlassen muss – so wie es jetzt viele Einwohner der Ukraine tun mussten. Das geht mit Aktien und Anleihen nicht so einfach, mit Immobilien erst recht nicht. 

Hohe Erwerbskosten

Das hat allerdings seinen Preis. Der Erwerb von physischem Gold ist teuer: Die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis ist relativ hoch. Denn für die Händler ist damit viel Arbeit verbunden. Sie müssen das angekaufte Gold auf Echtheit prüfen und größere Mengen für potenzielle Kunden vorhalten. Auch der Besitz ist mit Kosten verbunden: Zur Sicherheit sollte es in einem Bankschließfach aufbewahrt werden. 

Aus den genannten Gründen sollte der Goldanteil nur gering sein. Wie eine sinnvolle Vermögensaufteilung aussehen kann und welche Rolle dabei Aktien, Anleihen, Immobilien und gegebenenfalls Gold spielen können, erklärt Ihnen gerne ein Experte des VZ VermögensZentrums in einem kostenlosen und unverbindlichen Erstgespräch.