Private Altersvorsorge

Selbstständige in Rentennot: So sorgen Unternehmer richtig vor

Viele Selbstständige kümmern sich nur stiefmütterlich um ihre Alterssicherung. Dadurch droht der Lebensstandard im Ruhestand zu sinken. Um das zu verhindern, bedarf es einer passenden Vorsorgestrategie. Welche Maßnahmen bieten sich an?

Henrik Arning

Ruhestandsexperte

Laut dem Altersbericht der Bundesregierung verfügt jeder zweite Selbstständige im Ruhestand über weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen. Das muss nicht sein, denn Selbstständige haben im Gegensatz zu Angestellten ihre Alterssicherung selbst in der Hand.

Viele schöpfen jedoch ihr Potenzial nicht aus oder sparen mit falschen Instrumenten. Häufig nagen teure und niedrig verzinste Sparverträge an der Rentenausbeute. Auch das Vermögen ist nur unzureichend (siehe Grafik). Nicht einmal jeder fünfte Selbstständige hat mehr als 100.000 Euro an Guthaben und Wertpapieren. Zusammen mit dem Eigenheim kommen nicht einmal die Hälfte auf ein Vermögen von mehr als 250.000 Euro.

Hier ist Umsteuern dringend geboten. Läuft der Betrieb auf Hochtouren, verfügen Unternehmer in der Regel über genügend Einkommen, um sich effizient und umfassend fürs Alter abzusichern. Voraussetzung dafür sind passende und ertragreiche Strategien. Flexible Vorsorgekonzepte wie die Etappenrente oder steuersparende Vorsorgemodelle wie die Basisrente überzeugen mit überdurchschnittlichen Ergebnissen. Wichtig ist, geeignete Maßnahmen zu wählen und diese optimal zu verzahnen. Schwankende Einkünfte sowie hoher Finanz- und Liquiditätsbedarf erschweren es Unternehmern, regelmäßig Geld fürs Alter zurückzulegen. Damit gerät die Absicherung im Ruhestand in Gefahr.

Fünf Schritte verbessern die Vorsorge:

1. Ziehen Sie Bilanz

Erstellen Sie eine Liste Ihrer Einkünfte und Ausgaben (jetzt und im Ruhestand) und ermitteln Sie auf diese Weise Ihre Rentenlücke.

Merkblatt

Vorsorge-Tipps für Unternehmer: Die wichtigsten Bausteine

Unternehmer, Freiberufler und Selbstständige sind bei der Alterssicherung weitgehend auf sich allein gestellt.

2. Prüfen Sie Ihre Vorsorgesituation

Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer Vorsorgemaßnahmen. Sind Lebens- und Rentenversicherungen oder Rürup-Renten vorhanden? Haben Sie weitere Vermögenswerte wie ein selbst bewohntes Eigenheim oder Wertpapiere? Sind diese Investitionen sinnvoll und zielführend?

3. Nutzen Sie die staatlich geförderte Vorsorge

Mit der Basisrente können Selbstständige und Unternehmer steuerbegünstigt Alterskapital aufbauen. Sie können hohe Beiträge in die Basisrente einbringen und davon 94 Prozent (2022) steuerlich geltend machen. Dieser Anteil steigt bis 2025 auf 100 Prozent. Die Höhe der Zahlungen ist variabel.

Basisrenten-Check

4. Bauen Sie privat Vermögen auf

Private Ersparnisse bilden die Basis der Alterssicherung für Selbstständige. Besonders flexibel und ertragreich sind Wertpapiere. Bei finanziellen Engpässen im Unternehmen können Sie jederzeit Einzahlungen stoppen oder Geld entnehmen. Geringe Kosten und gute Renditechancen versprechen ETFs, wobei Wertpapiere Wertschwankungen unterliegen und Verlustrisiken und ggf. Fremdwährungsrisiken bestehen. Tipp: Automatisieren Sie den Sparprozess mit Sparplänen.

5. Handeln Sie jetzt

Schieben Sie Ihre Vorsorge nicht auf die lange Bank. Beginnen Sie erst 10 Jahre vor Renteneintritt, müssen Sie monatlich fast dreimal so viel sparen, als wenn Sie 20 Jahre Zeit haben.

Weitere Informationen

Sie möchten Ihre Altersvorsorge verbessern? Die VZ-Experten helfen Ihnen gern. Nutzen Sie den kostenfreien Ruhestands-Check oder vereinbaren Sie ein kostenfreies erstes Beratungsgespräch im VZ in Ihrer Nähe