Immobilien

Diesen drei Irrtümern unterliegen Ruheständler mit ihrem Eigenheim am häufigsten

Die selbst bewohnte Immobilie gilt als attraktiver Baustein der Altersvorsorge, schließlich wohnt man im Ruhestand mietfrei und hat mehr Geld zum Leben. Doch die eigenen vier Wände bringen auch Nachteile mit sich.

Moritz Fleischmann

Anlageexperte

Viele haben ein Haus, um im Ruhestand mietfrei darin zu wohnen und es innerhalb der Familie weiterzugeben. Doch ein Eigenheim im Alter bringt auch Nachteile mit sich. Besonders oft unterliegen Hauseigentümer im Ruhestand diesen Irrtümern:

1. Ein Eigenheim kostet mich nichts.

Haus- und Wohnungsbesitzer zahlen zwar keine Miete, wohnen aber trotzdem nicht gratis. Je größer, älter und teurer das Haus ist, desto höher sind die laufenden Kosten. Klarheit verschafft eine Übersicht, wie viel pro Jahr für Grundsteuer, Versicherungen und Nebenkosten zusammenkommen – für Heizung, Strom, Abwasser und Wasser, Müllabfuhr, Straßenreinigung und Schornsteinfeger.

Darüber hinaus sind Rücklagen für Instandhaltungen und Reparaturen empfehlenswert. Als Faustregel gelten 1 Euro pro Monat pro Quadratmeter Wohnfläche, bei älteren Häusern 2 Euro. Vielfach sind Modernisierungen, Sanierungen, Ersatzanschaffungen und altersgerechte Umbauten notwendig – und teuer.

Tipp: Im Artikel "Immobilie allein reicht nicht für einen sorglosen Lebensabend" lesen Sie, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Merkblatt

Immobilien im Nachlass: 5 Tipps für Erblasser

In vielen Familien stecken große Teile des Vermögens in Immobilien. Diese stellen die Erben oft vor Herausforderungen. Lesen Sie, was Sie als Erblasser beachten sollten.

2. Meine Kinder werden später das Haus übernehmen.

Viele Hauseigentümer wünschen sich, dass eines der Kinder das Elternhaus übernimmt und es so in der Familie bleibt – schon wegen der Erinnerungen. In vielen Fällen ist das jedoch nicht realistisch: Kinder wohnen berufsbedingt oft weit weg, haben bereits selbst Wohneigentum oder möchten sich kein großes Objekt mit Garten ans Bein binden.

Tipp: Generell sind Immobilien bei Erben nicht sehr beliebt, da es häufig Streit um die Verwendung gibt, sie nicht einfach aufzuteilen sind und hohe Steuern anfallen können. Klären Sie im Gespräch mit Ihren Kindern, welche Optionen für beide Seiten infrage kommen.

3. Wenn ich das Haus verkaufe, muss ich ausziehen.

Nicht unbedingt! Viele Ältere möchten bis zum Lebensende in ihrem Zuhause wohnen bleiben. Wer das Geld nutzen möchte, das im Haus gebunden ist, sollte eine Verrentung prüfen. Das Haus wird verkauft oder beliehen, Sie bekommen das alleinige Nutzungsrecht und eine monatliche Leibrente oder eine Einmalzahlung.

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Immobilien im Alter – das müssen Sie wissen

Deutsche Privathaushalte haben rund die Hälfte ihres Vermögens in Immobilien investiert.

Damit wohnen Sie im Alter mietfrei, schließen mit dem zusätzlichen Geld Ihre Rentenlücke und haben die gewünschte Liquidität zur Verfügung. Die Tabelle zeigt Ihnen zwei Beispiele, mit wie viel Geld Sie rechnen können. Mehr erfahren Sie im Artikel "Immobilienverrentung: Was ist das?"

Tipp: Für Ruheständler gibt es viele Möglichkeiten der Immobilienverrentung. Unser Merkblatt "Immobilienrente: So wird Ihr Eigenheim zur Geldquelle" stellen Ihnen die unterschiedlichen Modelle vor.

Informieren Sie sich regelmäßig zu Ruhestand, Geldanlagen, Immobilien, Finanz- und Nachlassplanung.

Alternative: Haus verkaufen und vom Erlös leben

Oft ist es sinnvoll, das Haus rechtzeitig zu verkaufen und in eine kleinere, moderne und altersgerechte Wohnung umzuziehen. Das überschüssige Geld aus dem Hausverkauf kann aufgeteilt werden in Rücklagen und Geldanlagen, die eine Zusatzrente erwirtschaften.

Ein Beispiel: Ein Ehepaar verkauft das Haus für 650.000 Euro. Die Eheleute kaufen eine Eigentumswohnung für 350.000 Euro. Weitere 50.000 Euro behalten sie als Liquiditätsreserve für größere Ausgaben. Die übrigen 250.000 Euro legen sie an. Wenn sie zum Beispiel eine Nettorendite von 3 Prozent erzielen und das Geld über 20 Jahre geplant verzehren wollen, erhalten die Eheleute daraus eine Zusatzrente von 1.400 Euro pro Monat.

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