Geldanlagen

Aktuelles zu Börsen und Märkten

Was diese Woche die Börsen bewegt – Ausgabe vom 1. Dezember 2021

Rolf Biland

Chief Investment Officer

US-Notenbank steht vor schwierigen Entscheidungen

Noch vergangene Woche hatte die Lage für US-Notenbankchef Jerome Powell übersichtlich ausgesehen. Nach seiner Nominierung durch Präsident Joe Biden für eine zweite Amtsperiode sahen sich die Finanzmärkte bestätigt, dass die Zinswende gegen Sommer 2022 gestartet werden könnte. Seit der Corona-Pandemie bewegen sich die Zinsen wieder praktisch bei null Prozent.

An den Märkten sind bereits zwei Zinsschritte im Laufe von 2022 eingepreist. Mit dem Auftauchen von Omikron könnte es nun noch schneller gehen. Powell deutete an, dass er die Wertpapierkäufe schneller als geplant zurückfahren könnte. Das Dilemma der US-Notenbank ist, dass einerseits die Wirtschaft stark und andererseits die Teuerung hoch ist. So hat sich die Lage am Arbeitsmarkt weiter verbessert, was sich in deutlich gestiegenen Löhnen äußert. Hält diese Entwicklung an, droht eine Lohn-Preis-Spirale. Dies will Powell mit den ihm zur Verfügung stehenden geldpolitischen Mitteln verhindern. Auf der nächsten Zinssitzung Mitte Dezember wird sich die US-Notenbank äußern müssen, wie es mit der Normalisierung der Geldpolitik weitergeht.

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Neue Virusvariante sorgt für Unruhe

Seit einigen Tagen beunruhigt Omikron die globale Wirtschaft. Die Virusvariante von Covid-19 hat sich innerhalb kurzer Zeit von Südafrika in zahlreiche Länder verbreitet. Als Folge davon wurde vielerorts mit Reiserestriktionen reagiert. Ökonomen erwarten, dass der Rückfall in der Virusbekämpfung die Lieferengpässe weiter akzentuiert. Das dürfte das Wirtschaftswachstum zumindest kurzfristig etwas bremsen.

Deutsche Inflationsrate auf 20-Jahre-Hoch

In Deutschland haben sich im November die Waren und Dienstleistungen so stark verteuert wie seit 1992 nicht mehr. Die Inflationsrate stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,2 Prozent. Im Oktober hatte der Wert noch bei 4,5 Prozent gelegen, im September bei 4,1 Prozent. Hauptsächlicher Preistreiber ist die Energie, die sich zuletzt stark verteuert hat. Die Europäische Zentralbank (EZB) geht davon aus, dass nun der Höhepunkt der Teuerungsentwicklung erreicht ist. 2022 dürfte die Inflation wieder in Richtung der EZB-Zielmarke von 2 Prozent sinken.

China im Hoch, Europa im Tief

Chinas Industrie konnte im November entgegen den Erwartungen wieder zulegen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) ist erstmals seit drei Monaten wieder leicht über die 50-Punkte-Marke gestiegen. Diese trennt Wachstum von Kontraktion. Zwar blieb die Nachfrage nach Gütern aus dem verarbeitenden Gewerbe weiterhin schwach. Dienlich waren aber sinkende Rohstoffpreise und die Lockerung der Stromrationierung, die den Druck auf diverse Branchen minderte. Im Gegensatz dazu hat sich im Euroraum die Stimmung eingetrübt. Das entsprechende Barometer gab leicht nach. Experten hatten mit einer Verbesserung gerechnet. Die größten negativen Zugkräfte gingen von Spanien, den Niederlanden und Deutschland aus. Gegen den Trend entwickelten sich Frankreich und Italien.