Geldanlagen

Welche Parallelen es zwischen den Olympischen Winterspielen und Anlagestrategien gibt

Beim Investieren wie auch im Sport wirkt es oft intuitiv richtig, möglichst aktiv einzugreifen. Doch gerade an den Olympischen Winterspielen zeigt sich eindrücklich, dass mehr Aktionen nicht automatisch zu besseren Ergebnissen führen.

Portrait Hannes Schnehle

Hannes Schnehle

Funktion Anlageexperte

Publiziert am

11. Februar 2026

Während aktuell Athletinnen und Athleten aus aller Welt um olympisches Edelmetall kämpfen, stehen besonders jene Disziplinen im Fokus, in denen es um Sekundenbruchteile geht – etwa das Schießen im Biathlon.

Letzteres bietet ein gutes Beispiel: Beim Schießen neigen viele Athleten dazu, nach einem Fehlschuss sofort hektisch nachzujustieren – aus Angst vor Zeitverlust. Studien zeigen jedoch, dass übertriebene Korrekturen unter Druck häufig zu weiteren Fehlern führen. Die ruhigeren Schützinnen und Schützen, die bewusst innehalten, treffen zuverlässiger. Der Impuls, sofort etwas korrigieren zu müssen, führt paradoxerweise oft zu schlechteren Resultaten.

Dieses Muster ist typisch für den sogenannten Action Bias – die menschliche Tendenz, selbst dann aktiv zu handeln, wenn Nichtstun objektiv die bessere Entscheidung wäre.

Auch an den Finanzmärkten zeigt sich dieser Mechanismus. Wenn Kurse fallen oder Schlagzeilen verunsichern, verspüren viele Anleger den Drang, sofort zu reagieren: verkaufen, umschichten, Trends hinterherlaufen. Doch häufig schadet dieses Verhalten mehr, als es nützt. Viele Transaktionen verursachen Kosten, erhöhen das Risiko von Fehlentscheidungen und machen es unwahrscheinlich, langfristig besser abzuschneiden als der Markt.

Gerade deshalb lohnt es sich, an einer klar definierten, langfristigen Anlagestrategie festzuhalten – ähnlich wie ein Athlet, der seinem langjährigen Training vertraut, statt im Wettkampf impulsiv davon abzuweichen.

Ein bewährtes Instrument dafür ist das Rebalancing (siehe Grafik unten). Dabei werden für jede Anlageklasse Zielgewichtungen festgelegt. Verschieben sich diese durch Marktbewegungen und überschreiten einen definierten Schwellenwert, wird das Portfolio wieder auf die ursprüngliche Struktur zurückgeführt. Dieser systematische Ansatz verhindert unnötigen Aktionismus und sorgt dafür, dass die Strategie stabil bleibt – unabhängig davon, wie turbulent die Märkte sind.

Rebalancing: Das Depot regelmäßig ins Gleichgewicht bringen

Balkendiagramm zur Anpassung von Aktien- und Anleihenanteil im Portfolio

Illustratives Beispiel einer Anlagestrategie mit Rebalancing. Beim Rebalancing werden die Zielgewichtungen der Anlagestrategie wieder hergestellt.

Auch der Einsatz von ETFs unterstützt dieses disziplinierte Vorgehen. ETFs ermöglichen eine breite Diversifikation, reduzieren den Einfluss kurzfristiger Entscheidungen und helfen, die Marktrendite effizient abzubilden.

Die Lehre aus dem Wintersport gilt also auch für Anleger: Nicht jede Bewegung ist eine Verbesserung. Oft führt gerade die Ruhe zum Erfolg.

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