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Geldanlagen
Die US-Notenbank ist zwischen Wirtschaftsdaten und Politik gefangen. Obwohl Inflation und Lohnwachstum für eine Zinspause sprechen, drängt US-Präsident Trump auf weitere Lockerungen.
Tobias Wenz
Funktion Finanzanalyst
14. Januar 2026
In den vergangenen Tagen hat die US-Regierung den Druck auf die US-Notenbank erhöht. So konfrontierte das Justizministerium den Notenbank-Chef Jerome Powell mit Strafermittlungen und einer Klagedrohung – dies aufgrund angeblicher Falschaussagen vor dem Senat im Zusammenhang mit der mehrjährigen Sanierung von Gebäuden der Zentralbank in Washington.
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Hintergrund dieser Aktion könnte sein, dass die Fed eine Zinspause in Erwägung zieht. US-Präsident Trump hingegen möchte, dass die Zinsen weiter gesenkt werden. Die Wirtschaftsdaten würden eine Leitzinssenkung allerdings nur teilweise rechtfertigen. Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Dezember zwar schwach (was für eine Lockerung der Geldpolitik sprechen würde), das Lohnwachstum und die Inflation bleiben jedoch erhöht.
Unter dem Strich wurden außerhalb der Landwirtschaft im Dezember nur 50.000 neue Stellen geschaffen – und dies hauptsächlich in den Bereichen Gesundheit und Sozialhilfe. Die Industrie baute 21.000 Stellen ab (siehe Grafik unten). Vom sogenannten „Reshoring“-Effekt – der Rückkehr von Jobs im produzierenden Gewerbe – ist am Arbeitsmarkt bislang wenig zu spüren.
Trotz des Stellenwachstums hat das Lohnwachstum zuletzt aber etwas angezogen. Im Dezember legten die durchschnittlichen Stundenlöhne um 0,3 Prozent zu. Das Jahreswachstum der Stundenlöhne erhöhte sich dadurch von 3,6 auf 3,8 Prozent – was eher für eine Zinspause spricht. Gleichzeitig ist die Arbeitslosenquote leicht zurückgegangen – von 4,5 auf 4,4 Prozent. Dies hat jedoch mit einem Sondereffekt zu tun. Während des Regierungs-Shutdowns wurden beurlaubte Beamte zu den Arbeitslosen gezählt, die nun mehrheitlich wieder in ihrem Job tätig sind.
Umso gespannter blickten die Finanzmärkte am Dienstag auf die Inflationsdaten. Die Inflationsrate verharrte erwartungsgemäß bei 2,7 Prozent – und damit deutlich über dem Zielbereich der US-Notenbank. Es ist klar ersichtlich, dass die Zölle die Inflation erhöht haben. Bislang blieb der Teuerungsschub jedoch überschaubar. Die Märkte reagierten entsprechend ruhig auf die neuesten Zahlen. Sie rechnen mit einer Zinspause Ende Januar und mit lediglich zwei Zinssenkungen bis Jahresende.
In der Eurozone hat die Teuerung im Dezember nachgelassen: Die Gesamtinflation gab von 2,1 auf 2,0 Prozent nach, während die Kernteuerung von 2,4 auf 2,3 Prozent sank. Details zu den Daten sind noch nicht bekannt, es handelt sich um eine Vorausschätzung. Die Dienstleistungsteuerung, die im Herbst angezogen hatte, verringerte sich von 3,5 auf 3,4 Prozent und bleibt damit erhöht.
Chinas Exporte stiegen im Dezember um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum fiel stärker als erwartet aus, was den Handelsüberschuss auf ein Rekordniveau trieb, während auch die Importe (+5,7 Prozent) so kräftig zulegten wie seit drei Monaten nicht mehr. Gleichzeitig brach der Handel mit den USA wegen anhaltender Zollspannungen stark ein (-30 Prozent), während China seine Exporte in andere Regionen ausweitete und Experten vor wachsenden globalen Ungleichgewichten warnen.
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