Geldanlagen

Sind Anleihen nach dem Zinsanstieg wieder interessant?

Der Anstieg der Zinsen hat die Kurse von Anleihen stark unter Druck gesetzt. Anleger sollten sich davon nicht verunsichern lassen – und das vielmehr als Chance begreifen.

Nicole Negru

Finanzexpertin
Publiziert am
19. Oktober 2022

Deutsche Bundesanleihen zählen zu den sichersten Wertpapieren überhaupt. Ein Zahlungsausfall des Schuldners Bundesrepublik Deutschland gilt als praktisch ausgeschlossen. Trotzdem haben Bundesanleihen zuletzt deutlich an Wert verloren.

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Grund sind die steigenden Zinsen. Sie führen dazu, dass die Kurse von bestehenden Anleihen fallen. Denn wenn neu ausgegebene Anleihen höhere Zinsen abwerfen, dann verlieren bestehende Anleihen mit einem niedrigeren Zinscoupon automatisch an Attraktivität. Deshalb fällt ihr Kurs in der Regel so weit, bis sich deren Rendite der von Neuemissionen angleicht.

Rückzahlung zum Nennwert von 100 Prozent – egal wie hoch die Schwankungen vorher waren

Anleger, die Anleihen im Depot haben, bekamen diese Kursverluste deutlich zu spüren. Sie sollten sich davon aber nicht verunsichern lassen. Kursverluste sind bei Anleihen immer nur temporär. Am Laufzeitende bekommen Anleihe-Inhaber stets den Nennwert von 100 Prozent ausgezahlt – vorausgesetzt, der Emittent bleibt zahlungsfähig. 

Die Rendite lässt sich bei Anleihen genau errechnen

Ein Beispiel: Notiert eine Anleihe mit einem Zinscoupon von 0,25 Prozent und fünf Jahren Restlaufzeit aktuell bei 90 Prozent, kann ein Anleger, der heute einsteigt, bis zum Laufzeitende mit 2,39 Prozent Rendite pro Jahr rechnen – also mit fast dem Zehnfachen des Zinscoupons. Bedingung: Er muss die Papiere bis zum Laufzeitende behalten. Zwischenzeitlich kann der Kurs zwar stark schwanken. Doch das spielt für ihn nur dann eine Rolle, wenn er vor Laufzeitende verkauft.

Was folgt daraus?

Attraktivität

Aufgrund der seit Anfang des Jahres deutlich gestiegenen Zinsen sind Anleihen wieder eine vielversprechende Geldanlage und können damit einen wichtigen Beitrag zum Anlageerfolg leisten.

Kursgewinne

Anleihen von sicheren Emittenten, die unter dem Nennwert notieren, bieten attraktive Kursgewinne und sorgen für Stabilität im Depot.

ETFs

Wie bei Aktien empfiehlt es sich auch bei Anleihen, das Kapital nicht in ein einziges Wertpapier zu investieren, sondern es breit über verschiedene Emittenten und Laufzeiten zu streuen. Das reduziert die Risiken und erhöht die Flexibilität. Sinnvoll ist es deshalb, statt direkt Anleihen zu kaufen, in kostengünstige Anleihen-ETFs zu investieren. Damit beteiligen sie sich automatisch an einem ganzen Anleihen-Paket. Bei der Auswahl der ETFs empfiehlt es sich, einen Experten um Rat zu fragen. 

Tipp: Sie möchten Ihr Depot optimieren? Sprechen Sie mit einem Experten im VZ Vermögens-Zentrum in Ihrer Nähe. Auf Wunsch ermittelt er Ihr individuelles Risikoprofil. Damit können Sie erkennen, welcher Aktienanteil im Depot für Sie geeignet ist. Zudem hilft Ihnen Ihr VZ-Berater bei der Auswahl von passenden Anleihen-ETFs.