Geldanlagen

"Sie müssen Ihre Natur überlisten"

Finanzprofessor Heiko Jacobs erklärt, welchen Fallstricken Anlegerinnen und Anleger immer wieder unterliegen und wie sie diesen entgehen können.

Herr Professor Jacobs, was ist der größte Anlegerfehler?

Der größte Anlegerfehler ist, nicht an der Börse zu investieren! Leider machen 80 Prozent der Deutschen diesen Fehler. Denn nur etwa 20 Prozent besitzen überhaupt Aktien – direkt oder in Form von Fonds oder ETFs.

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Woher kommt diese Skepsis gegenüber dem Aktienmarkt?

Viele glauben, dass die Börse wie ein Spielcasino ist. Das stimmt – wenn man auf der Jagd nach dem schnellen Gewinn ständig kauft und verkauft. Je länger aber die Anlagedauer und je breiter die Diversifikation, desto weniger spielt der Zufall eine Rolle.

Auszeichnungen

Bester Vermögensverwalter Deutschlands

Das VZ VermögensZentrum ist zum 3. Mal in Folge bester Vermögensverwalter Deutschlands.

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Auszeichnung der Fuchsbriefe

Das VZ VermögensZentrum erhält das Siegel Trusted Wealth Manager 2023.

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Vertrauenssiegel des F.A.Z.-Instituts

Zwei Mal in Folge hat das VZ VermögensZentrum die Auszeichnung "höchst vertrauenswürdig" erhalten.

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Zertifizierung von Mandaten des VZ

Das Institut für Vermögensaufbau verleiht dem VZ VermögensZentrum ein Gütesiegel mit 5 Sternen.

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VZ-Mandat als nachhaltig ausgezeichnet

Das Fondsmandat des VZ VermögensZentrums wurde für seinen hohen ESG-Score ausgezeichnet.

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Warum halten sich nicht alle Anleger an diese einfache Regel?

Weil sie gegen die Natur ist: Der Mensch will immer Einfluss nehmen. In fast allen Bereichen des Lebens ist aktives Handeln ja auch erfolgversprechender als passives Abwarten. An der Börse ist es aber genau umgekehrt: Hier werden die Geduldigen belohnt, die ihrer Strategie treu bleiben.

Dank des Zinseszinseffekts?

Genau. Leider unterschätzen ihn die meisten Menschen. Sie können nicht einschätzen, was ein Rendite- oder Gebührenunterschied von zum Beispiel nur 1 Prozent pro Jahr langfristig ausmacht. Sie verstehen deshalb nicht, wie wichtig eine langfristige Perspektive bei der Geldanlage ist.

Rechnen Sie es bitte mal vor.

1.000 Euro, zu 6 Prozent jährlich angelegt, wachsen nach 30 Jahren auf 5.744 Euro; zu 5 Prozent angelegt aber nur auf 4.322 Euro. Wenn davon 2 Prozent Dividenden sind, die man konsumiert, statt sie wieder anzulegen, verzinst sich das Kapital aber nur mit 3 Prozent. Dann wächst es in 30 Jahren nur auf 2.427 Euro. Das zeigt, dass auch die Wiederanlage der Ausschüttungen einen großen, oft unterschätzten Einfluss auf den Anlageerfolg hat. Von der Wissenschaft wissen wir aber, dass viele Investoren Erträge in ein anderes mentales Konto packen. Sie geben diese Erträge tendenziell schnell für konsumtive Zwecke aus, statt sie wieder anzulegen.

Wie kann ich diese vielen Fallstricke umschiffen?

Sie müssen Ihre Natur überlisten: Beginnen Sie sofort mit einem ETF-Sparplan, der breit gestreut investiert. Das Geld wird vom Konto abgebucht, bevor Sie es richtig wahrnehmen. So sparen Sie mehr, haben aber nicht den Eindruck, verzichten zu müssen. Bekommen Sie eine Gehaltserhöhung, erhöhen Sie die Sparsumme. Positiver Nebeneffekt: Ein ETF-Sparplan legt Ausschüttungen automatisch wieder an. Dadurch geraten Sie gar nicht erst in Versuchung, die Erträge zu konsumieren und können erheblich vom Zinseszinseffekt profitieren.

Zur Person

Professor Heiko Jacobs (41) ist seit 2017 Inhaber des Lehrstuhls für Finanzierung an der Universität Duisburg-Essen. Er beschäftigt sich mit Anlegerverhalten (Behavioral Finance) und empirischer Kapitalmarktforschung. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt darin, die strikten Annahmen hinter dem "homo oeconomicus" und der Finanzmarkttheorie auf ihre Validität in der Realität hin zu überprüfen.

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