Ruhestand

Den Traum leben

Viele Deutsche möchten früher in Rente gehen. Doch wenn das Geld fehlt, lässt sich das nicht wie gewünscht umsetzen. Michael Huber vom VZ VermögensZentrum rechnet in Focus Money vor, wie man sich den Traum von der Frührente als alleinstehende Person und als Familie erfüllen kann. 

Wer vorzeitig in den Ruhestand möchte, sollte frühzeitig einen Finanzplan machen und konsequent für die Frührente sparen. "Dafür ist es nie zu früh, aber auch nie zu spät", betont Michael Huber vom VZ VermögensZentrum.

Wie man dabei vorgehen sollte, zeigen Michael Huber und sein Team in der Zeitschrift Focus Money anhand von zwei Musterfällen. 

Merkblatt

Früher in Rente gehen: Das sollten Sie wissen

Erfahren Sie, worauf Sie bei der Vorbereitung Ihres vorzeitigen Ruhestands achten müssen.

Beispiel 1 ist eine 30-jährige Angestellte. Sie verdient 54.000 Euro brutto pro Jahr, besitzt 10.000 Euro, hat keine Familien- und Immobilienplanung und erwartet keine Erbschaft. Ihre Rentenansprüche betragen 3.750 Euro pro Monat (bei Rente mit 67). Bei einer Rente mit 63 ist die Rente mit 2.460 Euro viel niedriger.

Sie stellt ihre aktuellen Ausgaben zusammen aus Lebenshaltung, Wohnen, Verkehr, Urlaubsreisen, Versicherungen und Steuern. Diese werden hochgerechnet bis zum gewünschten Rentenbeginn. Bei einer Inflation von zwei Prozent wachsen die Ausgaben auf 60.800 Euro pro Jahr. Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausnahmen ergibt die Rentenlücke. Diese fällt je nach Rentenbeginn und Inflation sehr unterschiedlich aus.

Beispiel 2 ist eine vierköpfige Familie. Der Mann (42) verdient 85.000 Euro brutto pro Jahr und die Frau (41) derzeit in Teilzeit 30.000 Euro brutto. Beide besitzen ein Eigenheim, Vermögen und Wertpapiere von 70.000 Euro und erwarten Erbschaften von zusammen 250.000 Euro. Zusammen mit einer Privatrente beträgt der gemeinsame Rentenanspruch 5.740 Euro. Bei einem Rentenbezug ab 63 sind es 4.570 Euro. Die Ausgaben der Familie sind aktuell höher als zum gewünschten Rentenbeginn, denn später fallen große Posten für Immobiliendarlehen, Altersvorsorge, Einkommensteuer und Unterstützung der Kinder wesentlich niedriger aus. Trotzdem gibt es eine Rentenlücke, die sie aus ihrem Vermögen decken müssen.

Die Inflation spielt eine wichtige Rolle: "Altersvorsorgemodelle und -berechnungen sind langfristige Rechnungen über Zeiträume von 30, 40 oder 50 Jahren", erklärt Michael Huber. "Insofern sollte man sich auch bei der Inflation auf langfristige Zeitreihen berufen. Und da sind wir mit einer Annahme von vielleicht 2,0 bis 2,5 Prozent pro Jahr gut bedient. Eventuell kann man noch einen kleinen Puffer einbauen, aber man muss auf keinen Fall davon ausgehen, dass es dauerhaft fünf oder sechs Prozent Inflation werden."

Nun gilt es, den Kapitalbedarf für die gesamte Dauer des Ruhestands zu ermitteln. Finanzexperte Michael Huber stellt die entscheidende Frage: "Wie viel Geld muss zum Zeitpunkt X zur Verfügung stehen, um den Vorruhestand finanzieren zu können?"

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Für beide Fälle berechnen die Experten des VZ, wie viel Kapital benötigt wird, um die Rentenlücke zu decken. Dabei zeigen sie verschiedene Szenarien: den Kapitalbedarf bei Kapitalerhalt sowie Verzehr über 20, 25 und 30 Jahre sowie die Anlage bei Nettorenditen von zwei bis neun Prozent. Für einen Mittelwert zeigen sie im nächsten Schritt, wie viel Vermögen der Single bzw. der Familie noch fehlt. 

Dann wird die Sparrate berechnet: Die Alleinstehende hat, je nach Rentenbeginn, 30 bis 37 Jahre Zeit zum Sparen, die Familie 20 bis 25 Jahre. Die Berechnungen werden für Nettorenditen von zwei bis neun Prozent durchgeführt. Möchte die Single mit 63 in Rente, müsste sie33 Jahre lang bei einer Nettorendite von sechs Prozent pro Jahr jeden Monat 620 Euro zur Seite legen. Bei einer Nettorendite von zwei Prozent pro Jahr wären es 1.350 Euro pro Monat. Möchte das Ehepaar mit 63 in Rente, müsste es 22 Jahre lang bei einer Nettorendite von sechs Prozent 830 Euro pro Jahr und bei zwei Prozent 1.370 Euro zur Seite legen.

"Für eine seriöse Langfristplanung empfehlen wir von einer Nettorendite von vergleichsweise konservativen vier Prozent auszugehen, um keine bösen Überraschungen zu erleben", rät Michael Huber.

Wer seinen Kapitalbedarf für den Ruhestand ermitteln will, kann dafür beim VZ einen kostenfreien Altersvorsorge-Check machen. 

Den vollständigen Artikel können Sie in der Ausgabe 27/2024 von Focus Money vom 26. Juni 2024 lesen. In der gleichen Ausgabe können Sie das ausführliche Interview mit Michael Huber lesen.

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