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Geldanlagen
Der Iran‑Krieg treibt die Ölpreise in die Höhe – und zwingt die Notenbanken zum Balanceakt. Steigt die Inflation wieder an, könnten die Fed und die EZB ihre geldpolitischen Pläne überdenken.
Dr. Christoph Sax
Funktion Chefökonom
18. März 2026
Der höhere Ölpreis beschäftigt nicht nur die Wirtschaft und Konsumenten, sondern auch die Notenbanken. Es ist absehbar, dass sich die gestiegenen Notierungen für Rohöl schon bald in den Inflationszahlen bemerkbar machen.
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So ist zu erwarten, dass die Inflationsrate in den USA kurzfristig von heute 2,4 Prozent auf 3 Prozent ansteigen wird. Am Mittwoch und Donnerstag stehen zahlreiche Notenbank-Entscheidungen an: Den Auftakt macht die US-Notenbank Fed, am Donnerstag folgen neben der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Schweizerischen Nationalbank (SNB) auch die Bank of England. Die große Frage, die sich Anleger stellen: Wie gehen die Notenbanken mit der neuen Ausgangslage um?
Sie alle werden vermutlich zunächst abwarten, ihren Leitzins unverändert belassen und schauen, wie sich die geopolitische Lage entwickelt. Spannend werden jedoch die volkwirtschaftlichen Prognosen der Notenbanken sein, insbesondere zur Inflation. Auch der weitere Ausblick zur Geldpolitik wird von großem Interesse sein: Was senden die Notenbanken für Signale? Die Marktteilnehmer haben ihre Erwartungen teilweise deutlich revidiert. Das zeigt sich anhand der Leitzinserwartungen, die in den Geldmarkt-Futures eingepreist sind (siehe Grafik unten).
Die Leitzinserwartungen sind durchgehend gestiegen, wenn auch nicht überall gleich stark. Für die USA erwartet der Markt, dass die Tendenz zur Lockerung der Geldpolitik anhält. Während des temporären Inflationsschubs, der bis zu einem Jahr dauern kann (je nach Entwicklung des Ölpreises), wird diese Lockerung aber verzögert. Am stärksten hat sich die Futures-Kurve in der Eurozone nach oben geschoben. Hier werden für die EZB neu zwei Leitzinserhöhungen unterstellt. Das hat damit zu tun, dass die Energiepreise in der Eurozone am stärksten auf die Inflation durchschlagen.
Die Konjunkturerwartungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für die deutsche Wirtschaft fielen im März um 58,8 Punkte auf -0,5 und überraschten damit deutlich negativ. Grund sind steigende Energiepreise und Inflationssorgen aufgrund des eskalierenden Iran-Konflikts. Die Bewertung der aktuellen Lage verbesserte sich leicht auf -62,9 Punkte, bleibt aber weiterhin schwach.
Die EU reagiert auf die steigenden Energiepreise infolge des Irankriegs. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte ein Maßnahmenpaket zur Entlastung der Stromkosten an. Dazu zählen der beschleunigte Ausbau erneuerbarer Energien, die stärkere Förderung von Stromabnahmeverträgen (PPAs), eine spätere Stilllegung von Kernkraftwerken, mögliche Subventionen, eine effizientere Auslastung der Netze sowie steuerliche Anpassungen. Am Emissionshandelssystem will die Kommission unverändert festhalten.
Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im März und damit nach dem Ausbruch des Nahostkrieges eingetrübt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen sank von 55,6 auf 55,5 Punkte. Es ist das bislang niedrigste Niveau im laufenden Jahr.
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