Geldanlagen

Was Anleger in unruhigen Börsenzeiten beachten sollten

Auch wenn die Aktienkurse über eine längere Zeit fallen, lohnt sich das Verkaufen von Aktien fast nie. Zielführender ist eine ganz andere Strategie.

Carina Freibott
Finanz- und Nachlassexpertin
Publiziert am
31. Oktober 2023

Über 45 Jahre alt, männlich, verheiratet, mit überdurchschnittlichen Kenntnissen über die Finanzmärkte und einem Anlagevermögen von 200.000 Dollar: So sieht das Profil des typischen Panikverkäufers an der Börse aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das angesehene Massachusetts Institute of Technology (MIT) publiziert hat. Ebenfalls interessant: Anlegerinnen und Anleger, die 500.000 Dollar und mehr in Wertpapiere investiert hatten, neigen höchstselten zu Panikverkäufen.

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Tipps zur Geldanlage in Krisenzeiten

Das kostenlose Merkblatt zeigt, welche Verhaltensregeln Anlegerinnen und Anleger beherzigen sollten, wenn die Börsenkurse Achterbahn fahren.

Die Forscher haben die Daten von Onlinebrokern zum Verhalten von Anlegern analysiert. Untersucht wurden die Häufigkeit, das Timing und die Dauer sogenannter Panikverkäufe. Davon spricht man, wenn Anleger in einer Korrekturphase große Wertpapier-Positionen abstoßen. Die Daten umfassen den Zeitraum von 2003 bis 2015. Somit beinhalten sie auch den Börsencrash während der Finanzkrise: 2008 büßten viele internationale Aktienindizes zwischen 30 und 40 Prozent ihres Wertes ein.

Auf lange Sicht steigen die Kurse fast immer

Panik ist an den Börsen immer ein schlechter Ratgeber – auch wenn die Kurse über eine längere Zeit fallen. Denn über Zeiträume von zehn oder 20 Jahren gibt es zwar einzelne Aktien, die auch dann noch deutliche Verluste aufweisen. Der Gesamtmarkt hat sich über solch lange Zeiträume aber fast immer nicht nur erholt, sondern trotz zwischenzeitlicher Krisen sogar deutlich zugelegt.

Auch 2022, als die Aktienmärkte deutlich nachgaben, hätte die Versuchung von Investoren groß sein können, sich im großen Stil von Aktien zu trennen. Doch das hätte sich in vielen Fällen als Fehler erwiesen. Denn die meisten Anleger steigen erst dann aus, wenn die Kurse schon stark gefallen sind. Anschließend verpassen sie den rechtzeitigen Wiedereinstieg, bevor sich die Kurse wieder erholen. Die Folge: Bei der anschließenden Aufwärtsbewegung sind sie nicht mehr dabei. Denn sowohl für den Ausstieg wie den erneuten Einstieg wird man kaum jemals den perfekten Zeitpunkt finden (siehe Grafik).


Häufig kommt es zu einer schnellen Erholung

Die Erfahrungen der Vergangenheit lehren: Oft erholen sich die Märkte relativ schnell wieder von solchen Schwächeanfällen. Ein gutes Beispiel ist der Corona-Schock im März 2020: Innerhalb von nur vier Wochen stürzte der Deutsche Aktienindex (DAX) um rund ein Viertel ab – nur, um sich anschließend fast ebenso rasant wieder zu erholen und sogar noch im selben Jahr auf ein neues Rekordhoch zu steigen.

Merkblatt

So finden Sie die richtige Anlagestrategie

Die individuelle Anlagestrategie ist entscheidend für den Anlageerfolg. Das Merkblatt zeigt, wie Sie diese definieren.

Market-Timing gelingt fast nie

Beispiele wie der Corona-Schock oder die Finanzkrise zeigen, dass das sogenannte Market Timing - vor dem Absturz verkaufen und vor der Erholung wieder kaufen - kaum jemandem gelingt. Das zeigen zahlreiche Untersuchungen. Denn das grundsätzliche Problem ist, dass es sich erst in einer Rückschau sagen lässt, wann ein Tief- oder Höhepunkt erreicht wurde.

Sinnvoller ist es deshalb, langfristig und breit gestreut zu investieren, ohne sich vom Auf- und Ab der Kurse verrückt machen zu lassen. Anleger, die dennoch befürchten nervös zu werden, sollten sich einen Vermögensverwalter zur Seite holen, dem sie vertrauen und der das Ruder in schwierigen Zeiten für sie übernimmt. Dabei sollten sie vor allem auf geringe Kosten achten. Denn bei der langfristigen Geldanlage sind niedrige Gebühren ebenfalls ein wichtiger Erfolgsfaktor. Deswegen eignen sich börsengehandelte Indexfonds (ETFs) besonders gut für einen langfristigen Vermögensaufbau.

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