Geldanlagen

Aktienfaktoren: So gehen Profis bei der Geldanlage vor

Passive Geldanlagen wie ETFs sind äußerst beliebt. Das Rendite-Risiko-Profil dieser Produkte lässt sich noch optimieren, wenn bestimmte Faktoren miteinbezogen werden.

Michael Ausfelder

Analyst
Publiziert am
07. Dezember 2022

Der Aktienmarkt bietet Anlegern unterschiedliche Renditequellen, sogenannte Aktienfaktoren. Darunter werden Eigenschaften bzw. Merkmale von Aktien verstanden, die sich positiv auf deren Kursentwicklung auswirken können.

Informieren Sie sich jede Woche über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten:

Hier eine kurze Übersicht:

Qualität: Dieser Faktor ergibt sich aus der Bilanzsituation eines Unternehmens. Bei Turbulenzen an den Finanzmärkten gelten diese Aktien als Stabilitätsanker, weil es sich dabei um gut aufgestellte Unternehmen mit einer niedrigen Verschuldung und einer guten Rentabilität handelt.

Value: Dieser Faktor bezieht sich auf Aktien mit einer niedrigen Bewertung. Solche Titel profitieren meist überdurchschnittlich in Zeiten steigender Zinsen und den Spätphasen eines Börsenaufschwungs.

Momentum: Dieser Faktor ergibt sich aus Kursbewegungen. Aktien mit einem Momentum setzen ihren positiven Kurstrend meist über längere Zeit fort – ob nach oben oder unten.

Minimum Volatility: Die Volatilität (engl. Volatility) bezeichnet die Schwankungsanfälligkeit einer Aktie. Der Minimum-Volatility-Faktor kennzeichnet deshalb Aktien, die besonders geringe Preisschwankungen haben.

Grundsätzlich können Faktoren – durch gezielte Investition in Aktien mit den betreffenden Eigenschaften – eine Zusatzrendite zur Rendite des Gesamtmarktes oder eine Reduktion der Risiken im Portfolio ermöglichen. Bei einer Kombination mehrerer Faktoren kann sogar beides der Fall sein. Selbstverständlich gibt es dafür keine Garantie.  

Auswahl der passenden Produkte

Auch Anleger, die in kostengünstige ETFs investieren möchten, können auf Faktoren setzen. Bei der Konstruktion von solchen Faktorindizes empfiehlt sich ein Vorgehen in vier Schritten:

Merkblatt

Erfolgreich Anlegen mit ETFs: So bauen Sie Ihr Portfolio auf

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Schritt 1: Es wird das sogenannte Anlageuniversum definiert. Es geht also darum, beispielsweise eine Anlageregion wie Aktien Deutschland oder einen Anlagesektor wie Industrie zu bestimmen.

Schritt 2: Es wird festgelegt, welche Aktien aus diesem Anlageuniversum ausgewählt werden.

Schritt 3: Der Anleger muss sich überlegen, welche Gewichtung die ausgewählten Aktien haben sollen. 

Schritt 4: Damit die Indexzusammensetzung im Laufe der Zeit nicht zu stark von der definierten Zielgewichtung abweicht, ist ein regelmäßiges Rebalancing erforderlich. Darunter versteht man die Rückführung der prozentualen Gewichtungen auf die ursprünglich festgelegte Größe. Die Anzahl der Aktien mit starker Kursentwicklung wird reduziert – der Anleger streicht also seine Gewinne ein. Aktien mit schwächerer Rendite werden wiederum zu niedrigen Einstandskursen zugekauft.

Mit ETFs in Faktorindex investieren

In den letzten Jahren sind in Deutschland immer mehr Aktien-ETFs lanciert worden, die solche Faktorindizes abbilden. Anleger sollten sich informieren, welche Kriterien der ETF anwendet, bevor sie investieren.

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