Geldanlagen

Warum bei ETFs nicht immer genau das drin ist, was drauf steht

Bei ETFs stehen Tausende Produkte zur Auswahl. Nicht immer jedoch kaufen die ETFs die Aktien des Index, den sie nachbilden. Anleger sollten sich deshalb vorher schlau machen.

Fabian Frey

Anlageexperte

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind bei Anlegern beliebt. Weltweit werden mittlerweile mehr als 8.000 verschiedene ETFs an den Börsen gelistet. Das Angebot ist also gewaltig. Viele ETFs bilden genau denselben Index nach. Ist es für Anleger, die beispielsweise in den DAX investieren wollen also egal, für welchen DAX-ETF sie sich entscheiden? Ganz und gar nicht. Denn der Teufel steckt im Detail.

Nachbildung durch Tauschgeschäft

Anleger müssen wissen: Nicht alle ETFs, die den DAX oder einen anderen Index nachbilden, kaufen auch die Aktien, die darin enthalten sind. Tatsächlich erworben werden Aktien nur von ETFs mit einer so genannten physischen Replikation. Im Unterschied dazu gibt es aber auch ETFs mit einer synthetischen Replikation. Diese Produkte bilden Indizes lediglich mittels eines Tauschgeschäfts nach: Der ETF-Anbieter tauscht die Rendite von in seinem Portfolio liegenden Titeln gegen die Rendite des abzubildenden Indexes. Die Gegenpartei eines solchen Tauschgeschäfts ist oft eine Investmentbank. Dabei kommt es zu Risiken, weil die Gegenpartei theoretisch in Konkurs gehen und so das Tauschgeschäft nicht weiter durchgeführt werden kann. 

In der Praxis kommt das zwar so gut wie nie vor. Dennoch sind synthetische ETFs aufgrund dieses theoretischen Risikos in den letzten Jahren etwas in Verruf geraten. Die Folge: Mittlerweile überwiegen am Markt deutlich die physischen ETFs (siehe Tabelle).

Es gibt allerdings auch physische ETFs, die nicht alle in einem Index enthaltenen Aktien erwerben. Das passiert vor allem bei Indizes, in denen mehr als tausend verschiedene Wertpapiere enthalten sind. Um die Kosten der Indexnachbildung zu begrenzen wird der jeweilige Index meist nur mit einem Teil der im Index enthaltenen Wertpapiere abgebildet.

Allerdings können auch bei der physischen Replikation Risiken auftreten, wenn zum Beispiel Wertpapierleihgeschäfte zur Anwendung kommen. In diesem Fall leiht der ETF-Anbieter die Aktien aus dem ETFs für eine bestimmte Zeit gegen Sicherheiten an eine andere Partei aus. Er geht dabei das Risiko ein, dass die Gegenpartei diese Wertpapiere nicht mehr zurückgeben kann. Dafür erhält der ETF-Anbieter eine Leihgebühr, die teilweise dem ETF-Vermögen gutgeschrieben wird und zur Rendite des ETF beiträgt. Damit profitiert auch der Anleger von solchen Wertpapierleihen.

Anleger sollten sich also exakt informieren, bevor sie in einen ETF investieren – damit sie genau wissen, worauf sie sich einlassen.

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