Ruhestand

Rentenerhöhung selbst gemacht: So reicht die Rente

In den kommenden Jahren sind zwar kräftige Rentenerhöhungen zu erwarten. Diese werden jedoch nicht ausreichen, um Einkommenslücken zu schließen. Der Lebensstandard lässt sich nur mit Zusatzeinkünften halten. Fangen Sie frühzeitig an, das Kapital dafür anzusparen.

Michael Müller

Ruhestandsexperte

Nach einer Nullrunde 2021 steigt die Rente 2022 im Westen um 5,35 Prozent und im Osten um 6,15 Prozent. Für 2023 ist eine weitere Erhöhung um 4,90 Prozent im Westen und um 4,70 Prozent im Osten geplant. Fest einplanen können Rentner das zusätzliche Geld aber noch nicht, denn die Rentenerhöhung ist noch nicht in trockenen Tüchern.

Die Aussicht auf Rentenerhöhungen ist zwar eine gute Nachricht. Unterm Strich reichen sie aber für Rentner und Vorsorgesparer bei weitem nicht aus, um ihren Lebensstandard im Ruhestand zu sichern:

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1. Sie brauchen Planungssicherheit

Machen Sie sich nicht von Faktoren abhängig, auf die Sie keinen Einfluss haben. Die Anpassung der gesetzlichen Renten hängt davon ab, wie sich die Wirtschaft und die Löhne entwickeln, sowie vom sogenannten "Nachholfaktor".

2. Schließen Sie die Lücke selbst

Wenn es gut läuft, gleicht die Rentenerhöhung die Inflation aus. Sie dient nicht dazu, die Differenz zwischen Ihren Einkünften und Ausgaben zu schließen. Dafür müssen Sie selbst sorgen!

Merkblatt

Das Kapital für den Ruhestand in 5 Schritten berechnen

Finden Sie heraus, wie viel Geld Sie brauchen, um Ihre Einkommenslücke im Ruhestand zu schließen.

3. Organisieren Sie frühzeitig Ihre Zusatzeinkünfte

Es liegt in Ihrer Hand, Ihre Rentenlücke dauerhaft zu schließen. Fakt ist: Sie brauchen viel Kapital, um sich daraus eine Zusatzrente auszuzahlen. Das gilt umso mehr, wenn Sie vorzeitig in den Ruhestand gehen möchten. Wie die Grafik zeigt, müssen Sie erst wegfallende Jahresgehälter überbrücken und dann Ihre Rentenlücke schließen.

Wie viel Geld Sie brauchen, um Ihre Rentenlücke zu schließen, ermitteln Sie in wenigen Schritten:

  1. Schätzen Sie Ihre monatlichen Ausgaben im Rentenalter. Die größten Posten sind Wohnen, Lebenshaltung, Steuern und Versicherungen, Mobilität und Freizeitgestaltung. Vielfach kommen Gesundheits- oder Pflegekosten dazu oder finanzielle Zuwendungen an Angehörige.
     
  2. Stellen Sie Ihre erwarteten Einkünfte zusammen. Dazu zählen gesetzliche, Betriebs- und Privatrenten, Kapitalerträge und Mieteinnahmen. Die Differenz zwischen den Einkünften und den Ausgaben ist Ihre Rentenlücke.
     
  3. Entscheiden Sie, ob Sie Ihr gesamtes Vermögen für die Deckung Ihrer Rentenlücke einsetzen können oder ob Sie etwas vererben möchten.
     
  4. Auf dieser Basis errechnen Sie, wie viel Kapital Sie brauchen, um sich die gewünschte Zusatzrente auszuzahlen. Wie viel Kapital ist bereits vorhanden, zum Beispiel in Form von Immobilien oder Wertpapieren? Und wie viel erwarten Sie noch, wie die Auszahlung einer Lebensversicherung oder eine Erbschaft? Fehlendes Vermögen bauen Sie in den Jahren bis zum Ruhestand auf. Lassen Sie sich beraten, mit welchen Maßnahmen dies am effizientesten gelingt – oder nutzen Sie unsere App dafür.