Geldanlagen

Negativzinsen: Die Ersparnisse jetzt unter die Matratze legen?

Es ist eine verkehrte Welt: Viele Banken verlangen Zinsen dafür, dass man ihnen Geld anvertraut. Dazu kommen auch noch Inflation, Steuern und immer höhere Bankgebühren. Handeln Sie jetzt, wenn Sie Ihre Ersparnisse schützen wollen.

Sebastian Zender

Finanzexperte
Publiziert am
15. März 2022

Negativzinsen kosten die Banken Milliarden. Kein Wunder, dass immer mehr dazu übergehen, die Negativzinsen auf ihre Kunden abzuwälzen. Bereits über 300 Banken verlangen heute Minuszinsen. Einige haben (noch) Freibeträge. Andere berechnen hingegen schon ab dem ersten Euro einen Strafzins.

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Auch wer vorerst verschont bleibt, macht Verluste. Das zeigt ein Beispiel: Wer 125.000 Euro angespart hat, erzielt bei 0,5 Prozent Zinsen 625 Euro Zinsertrag. Zieht man davon aber 165 Euro Kapitalertragssteuern und Solidaritätszuschlag ab und rechnet 1,0 Prozent Inflation ein, entsteht ein Verlust von 790 Euro (siehe Tabelle).

Welche Möglichkeiten bleiben Sparern? Vier Optionen im Fakten-Check:

Auf Banken aufteilen

Weil immer mehr Banken Strafzinsen verlangen, ist das keine gute Idee. Zudem bezahlt man so meist unnötig viel Gebühren.

Merkblatt

Anlegen im Niedrigzinsumfeld: Das Wichtigste in Kürze

Die Zinsen sind so niedrig wie noch nie. Für viele Privatanleger steht daher der Vermögenserhalt nach Inflation im Vordergrund.

Seit Jahren drehen die Banken eifrig an der Gebührenschraube, um ihre schmelzenden Margen zu retten. Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Kosten seit 2015 um über ein Drittel angestiegen sind. Faktisch bezahlen schon heute die meisten Kunden Negativzinsen – indirekt durch die Gebühren.

Scheine unter die Matratze legen

Das ist sehr riskant. Bei einem Brand oder Einbruch ist das Geld weg. Und auch wer das Ersparte im Tresor aufbewahrt, hat weiterhin ein gravierendes Problem: So wirft das Geld nichts ab – und ist schutzlos der Inflation ausgesetzt. In unserem Beispiel braucht es gerade mal 1,4 Prozent Zinsen, damit das Ersparte nicht schrumpft (siehe Tabelle).

In Aktien investieren

Je nach Risikofähigkeit und Risikobereitschaft lohnt es sich, einen Teil des Geldes in Aktien anzulegen! Der Wert des Guthabens kann zwar mit dem Auf und Ab an den Aktienmärkten schwanken. Langfristig rentieren Aktien aber viel besser als das Sparkonto.

Wichtig: Behalten Sie die Kosten im Auge, denn hohe Gebühren fressen die Rendite weg. Für viele lohnt es sich, ihr Geld in passive Anlageformen zu investieren, die günstig und transparent sind.

Vorsorgen

Auch das ist eine gute Idee. Interessant ist die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt. Die Beiträge dürfen in beträchtlicher Höhe beim Finanzamt geltend gemacht werden, und es fallen keine Kapitalertragssteuern an.