Geldanlagen

Gegenwind für die Märkte

Die Gemengelage aus überraschend starken US-Konjunkturdaten und Problemen in China kommt bei Anlegern derzeit nicht gut an.

Michael Ausfelder
Marktstratege
Publiziert am
06. September 2023

Die Stimmung an den Märkten hat sich weiter eingetrübt. Denn viele Anleger rechnen nun nicht mehr mit einem baldigen Ende der Zinserhöhungen. Auch eine schon früh im Jahr 2024 beginnende Zinswende nach unten erscheint demzufolge zunehmend unwahrscheinlich.  

Wichtigster Grund: In den USA blieb der Arbeitsmarkt in Kombination mit dem Lohnwachstum weiter überraschend stabil. Beobachter rechnen damit, dass dies die Notenbank Fed zu einer weiteren Zinserhöhung zwingen könnte. Denn die starken Konjunkturdaten haben einen Nachteil: Sie wirkend inflationstreibend. Die hohen Inflationsraten aber sind der Fed ein Dorn im Auge.

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Ein weiterer Grund für die Zinsängste ist das sehr enttäuschende Wachstum Chinas seit dem Ende des Corona-Lockdowns. Ein schwächelndes China kann nämlich zu einem Hemmschuh für das globale Wachstum werden. Die taumelnden chinesischen Immobilienkonzerne, deren Schuldenstand zunehmend zum Problem wird, tragen zusätzlich zu dieser Verunsicherung bei.

Die Schwäche Chinas dürfte auch mitverantwortlich für die überraschend schlechten Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone sein. Umfragen bei Einkaufsmanagern aus den Bereichen Dienstleistung und Produktion zeigen nun erstmals auch rezessive Signale. Der Bereich Dienstleistungen war bis vor kurzem noch dafür verantwortlich, dass sich der Gesamtwert der Einkaufsmanagerumfragen in 2023 über der Wachstumsschwelle von 50 halten konnte.

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Bemerkenswert ist derzeit zudem die Stärke des US-Dollars, der gegenüber den Währungen der wichtigsten Handelspartner der USA seit Mitte Juli 2023 stark zugelegt hat. Hintergrund dürfte vor allem die immer noch relativ starke Konjunktur in den USA sein, während andere große Wirtschaftsräume wie die Eurozone oder China derzeit jegliche Dynamik vermissen lassen. 

Weitere Wirtschaftsnews    

Chinas Dienstleister verlieren an Schwung

Der chinesische Einkaufsmanagerindex (Caixin) fiel im August auf den niedrigsten Stand seit vergangenem Dezember. Der Wert sank von 54,1 auf 51,8 Punkte, womit der Index nur noch knapp über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt. Die Regierung in Peking hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das nachlassende Wachstum wieder anzukurbeln.

US-Arbeitsmarkt überrascht

In den USA wurden im August mehr Stellen geschaffen als erwartet. 187.000 neue Jobs kamen ausserhalb der Landwirtschaft hinzu. Erwartet wurden nur 170.000. Die Vormonatswerte wurden jedoch stark nach unten revidiert. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote von 3,5 auf 3,8 Prozent. Das ist darauf zurückzuführen, dass mehr Arbeitskräfte auf den Markt drängten. 

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