Besser als eine Leibrente: Die Rente aus dem Privatvermögen

Viele Ruheständler legen ihr Vermögen heute selbst an oder lassen es professionell verwalten. Jeden Monat beziehen sie genau so viel, wie sie zum Leben benötigen. Als Einkommen versteuern sie nur den Zinsertrag.

Ist es besser, mit seinen Ersparnissen eine Leibrente zu kaufen, oder dieses Geld anzulegen und kontrolliert zu verzehren?

Eine Vergleichsrechnung: Ein 65-jähriger Mann hat 200.000 Euro zur Verfügung. Damit könnte er eine Leibrente von rund 8.000 Euro pro Jahr kaufen. Eventuell kommen Überschüsse hinzu. Sie sind aber nicht garantiert, deshalb rechnet man sie besser nicht ein. Da Leibrenten bei Bezug ab 65 zu 18 Prozent als Einkommen zu versteuern sind, bleiben bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent netto 7.640 Euro pro Jahr übrig.

Verwaltet der 65-Jährige die 200.000 Euro Vermögen selbst und zahlt sich davon jedes Jahr einen Betrag in der Höhe der garantierten Leibrente aus, ist die Entnahme aus der Substanz steuerfrei. Die Vergleichsrechnung geht von einer konservativen Nettorendite von durchschnittlich 2 Prozent pro Jahr aus, nach Abzug der Abgeltungssteuer und dem Solidaritätszuschlag bleiben 1,47 Prozent.

Der Unterschied zwischen den beiden Varianten zeigt sich am deutlichsten daran, wie schnell das Anfangskapital schrumpft. Nach 20 Jahren – was ungefähr der Lebenserwartung eines 65-Jährigen entspricht – sind mit der Leibrente noch 40.000 Euro übrig, bei der Ersatzrente aus dem Privatvermögen dagegen noch über 90.000 Euro. Verstirbt der Mann mit 85, würde dies für die Erben einen Unterschied von rund 50.000 Euro bedeuten!

In diesem Beispiel sichert die Ersatzrente aus dem selbst angelegten Kapital 33 Jahre lang ein Einkommen, das der Leibrente entspricht. Eine Leibrente zahlt sich nur aus, wenn man deutlich länger lebt als der Durchschnitt. In diesem Beispiel müsste der Rentner 98 Jahre alt werden, bis ihm seine Leibrente mehr einbringt als die Ersatzrente.

Vergleich zwischen einer Leibrente und dem Kapitalverzehr
Vergleich zwischen einer Leibrente und dem Kapitalverzehr

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