Altersvorsorge: Das Wichtigste im Überblick

Die gesetzliche Rente allein reicht später nicht aus, um den Lebensstandard im Ruhestand weiterführen zu können. Erwerbstätige sollten daher frühzeitig zusätzliche Vorsorgemaßnahmen in die Wege leiten.

Angestellte sollten die Möglichkeiten einer betrieblichen Altersvorsorge und von staatlich geförderten Vorsorgeangeboten wahrnehmen. Darüber hinaus sollte man privat vorsorgen, indem man ausreichend Kapital anspart. Die Erträge aus diesem Vermögen sorgen später dafür, dass Einkommenslücken gedeckt werden können. Für Selbständige und Unternehmer, die keinem berufsständischen Versorgungswerk angeschlossen sind, ist die private Altersvorsorge unerlässlich.

Gesetzliche Altersvorsorge

Welche Leistungen können Sie erwarten?

In Deutschland zahlen die meisten Erwerbstätigen in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Alle Angestellten, Arbeiter und Handwerker sind pflichtversichert, unabhängig von ihrer Einkommenshöhe. Nicht pflichtversichert sind bestimmte Arbeitgebervertreter, zum Beispiel Vorstände, und alle Selbstständigen. Freiberufler wie Ärzte, Apotheker, Journalisten oder Architekten haben eigene Versorgungswerke, denen sie angeschlossen sind.

Die Beiträge zur gesetzlichen Rente betragen 18,7 Prozent des Bruttojahreseinkommens und sind je zur Hälfte von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu bezahlen. Das maßgebliche Jahreseinkommen hat jedoch eine Obergrenze. Einzahlungen werden im Umlageverfahren sofort wieder für laufende Rentenzahlungen ausgegeben. Die einzahlenden Versicherten erwerben laufend Ansprüche in Form von Altersrente, Erwerbsminderungsrente (ehemals Erwerbs- oder Berufsunfähigkeitsrenten), Witwen- oder Waisenrenten.

Betriebliche Altersvorsorge

Freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers

Die betriebliche Altersvorsorge kann die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ergänzen. Dabei handelt es sich zum großen Teil um eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Da die Einrichtung und das Führen einer betrieblichen Versorgung für den Arbeitgeber mit beträchtlichem Aufwand verbunden sind, sind diese Modelle in der Minderheit geblieben.

Bei der betrieblichen Vorsorge kommt den sogenannten Pensionszusagen die größte Bedeutung zu. Auf diese entfällt gut die Hälfte der gesamten Deckungsmittel der betrieblichen Vorsorge. Bei der Pensionszusage sichert der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer vertraglich die Zahlung einer Versorgungsleistung zu. Die Finanzierung obliegt entweder dem Arbeitgeber oder erfolgt per Entgeltumwandlung durch den Arbeitnehmer.

Private Altersvorsorge

So schließen Sie die Versorgungslücke

Bei vielen werden die Ansprüche aus der gesetzlichen und der betrieblichen Rentenversicherung bescheiden ausfallen. Diese Leistungen reichen schon heute in der Regel nicht aus, um den Lebensunterhalt zu decken und den Lebensstandard im Ruhestand zu halten. Um diese Versorgungslücke zu schließen, müssen viele Ruheständler auf privates Vermögen zurückgreifen.

Fast die Hälfte des privaten Vermögens der Deutschen ist in Immobilien investiert. Ein abbezahltes Eigenheim ist für viele der wichtigste Baustein ihrer Altersvorsorge. Ist allerdings der Großteil des Vermögens in einer Immobilie gebunden, besteht ein Klumpenrisiko, und es kann zu Liquiditätsengpässen kommen.

Geldvermögen macht 44 Prozent des Gesamtvermögens aus. In Deutschland halten Privatpersonen mehr Geld auf ihren (Spar-)Konten als sie in Wertpapiere wie Investmentfonds, Aktien und Anleihen investiert haben. Tatsächlich sind nur gut 2 Prozent des gesamten Vermögens privater Haushalte in Aktien investiert. Im internationalen Vergleich ist das sehr wenig.

Selbstständige und Unternehmer

Mit der richtigen Einkommensstrategie frühzeitig vorsorgen

Viele Selbständige versäumen es, sich frühzeitig und ausreichend um ihre Altersvorsorge zu kümmern. Selbständige und Unternehmer gehen davon aus, später einmal vom Verkaufserlös ihrer Firma, Praxis, Kanzlei oder Agentur zu leben. Bringt der Firmenverkauf nicht den benötigten Erlös, reicht das Geld im Ruhestand nicht.

Besser ist es, die Einkommensstrategie für den Ruhestand breiter aufzustellen und Vermögen für die Zeit nach der unternehmerischen Tätigkeit aufzubauen. Entscheidend für die Wahl der Anlagestrategie sind Anlagedauer und Risikobereitschaft. Sollen die Erträge in 15 Jahren die Altersvorsorge sicherstellen, ist der Horizont lang genug, um mit höherem Risiko eine höhere Rendite zu erwirtschaften.

Riester, Eichel, Rürup

Wer kann staatlich gefördert vorsorgen?

Die private Altersvorsorge gewinnt immer mehr an Bedeutung. Nicht nur Besserverdienende müssen zusätzlich vorsorgen, um ihren Lebensstandard auch im Ruhestand weiterführen zu können. Wer eine Riester-, Eichel- oder Rürup-Rente abschließt, profitiert von Steuervorteilen oder staatlichen Zuzahlungen.

Riester-Rente: Für alle Pflichtversicherten

Förderfähig sind alle Pflichtversicherungen in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das sind Angestellte, Beamte, Soldaten, Künstler in der Künstlersozialkasse und Landwirte.

Eichel-Rente: Steuerfreie Beiträge in die Betriebsrente

Förderfähig sind alle Angestellten, deren Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbietet. Das kann beispielsweise eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder ein Pensionsfonds sein.

Rürup-Rente: Geförderte Vorsorge für Selbständige

Die Rürup-Rente steht jedem Steuerpflichtigen offen und ist die einzige staatlich geförderte Vorsorge für Selbständige.

Altersvorsorge

Vorsorgelücken gefährden die finanzielle Sicherheit

So gut wie jeder hat Vorsorgelücken, ist also im Alter und bei Krankheit oder Unfall finanziell nur unzureichend abgesichert. Vorsorgelücken können dazu führen, dass sich der Lebensunterhalt im Risikofall nicht mehr finanzieren lässt.

Vor allem bei Invalidität und Tod sind viele Erwerbstätige unterversichert, mit schwerwiegenden finanziellen Folgen für die Hinterbliebenen. Hinterlässt der Verstorbene Kinder, Stiefkinder, Pflegekinder und in seinem Haushalt lebende Enkel und Geschwister, bekommen die eine Waisenrente. Die Halbwaisenrente beträgt 10 Prozent, die Vollwaisenrente 20 Prozent der Rente des verstorbenen Elternteils beziehungsweise der Eltern.

Riester-Rente

Was Sie über die Riester-Rente wissen sollten

Weit über zehn Millionen Bundesbürger haben einen Vertrag für eine Riester-Rente abgeschlossen, um privat für ihren Ruhestand vorzusorgen. Sie profitieren von staatlichen Zuzahlungen oder Steuervorteilen. Diese gehen allerdings im Ruhestand wieder verloren.

Für die Beitragszahlungen erhalten Riester-Versicherte jedes Jahr Zuschüsse, was sich vor allem für Familien lohnt. Alternativ können sie jedes Jahr Beitragszahlungen von bis zu 2.100 Euro als Sonderausgabe vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen. Das ist besonders vorteilhaft für Alleinstehende und Doppelverdiener.

Allerdings werden die Beiträge nachgelagert besteuert, so dass der Steuervorteil im Ruhestand zum Teil wieder verlorengeht. Auszahlungen aus Riester-Verträgen sind zu 100 Prozent zu versteuern.

Rürup-Rente

Für wen lohnt sich die Rürup-Basisrente?

Die Rürup-Rente, auch Basis-Rente genannt, lohnt sich vor allem für Selbständige, Besserverdienende und Ältere. Aufgrund der steuerlichen Abzugsfähigkeit der Einzahlungen kann diese Anlageform im Zusammenhang mit einer Abfindung interessant sein.

Jeder Steuerpflichtige kann eine Rürup-Rente abschließen und einen Teil der Beiträge steuerfrei einzahlen. 2005 war die Rürup-Rente eingeführt worden, damit auch Selbständige eine Möglichkeit und den Anreiz haben, staatlich gefördert privat für das Alter vorzusorgen. Selbständige mit hohen zu versteuernden Gewinnen können ihre Steuerlast senken. Für Selbständige mit niedrigen Einnahmen lohnt sich die Rürup-Rente nicht.

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