Was sich im Ruhestand ändert

Am Anfang jeder Ruhestandsplanung steht das Budget. Wer seine voraussichtlichen Ausgaben den Einnahmen im Ruhestand gegenüberstellt, sieht sofort, ob die Einkünfte zum Leben reichen.

Das Budget stellt die Basis für alle weiteren Planungen dar. Erst wenn feststeht, wie viel Einkommen man jeden Monat benötigt, kann man die richtigen Entscheidungen fällen.

Alle Ausgaben richtig erfassen

Nur die wenigsten wissen ganz genau, wie viel sie jeden Monat wofür ausgeben. Um ein Budget zu erstellen, muss man seine Ausgaben über einen gewissen Zeitraum dokumentieren. Da manche großen Posten wie beispielsweise Versicherungen jährlich anfallen, ist es sinnvoll, parallel ein Monats- und ein Jahreshaushaltsbuch zu führen.

Wenn die aktuellen Ausgaben zusammengetragen sind, geht es darum, die Veränderungen im Ruhestand abzuschätzen. Die Erfahrung zeigt, dass einzelne Ausgaben abnehmen, andere hingegen steigen.

Ganz oder teilweise wegfallen die Kosten für den Arbeitsweg, für Berufskleidung und auswärtige Verpflegung. Auch Versicherungsprämien nehmen in der Regel etwas ab: Private Renten und Kapitallebensversicherungen sind fällig geworden. Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist nicht mehr nötig. Lediglich die Krankenversicherung wird mit zunehmendem Alter teurer.

Steuern bleiben auch im Ruhestand ein nennenswerter Ausgabenblock. Die Steuerbelastung nimmt in der Regel zwar ab, oft aber viel weniger stark als erwartet.

Auch die Wohnkosten nehmen im Ruhestand oft ab. Viele Hausbesitzer ziehen in eine Wohnung um, die günstiger ist, weniger Arbeit macht und den veränderten Bedürfnissen besser entspricht.

Dazu kommen die Freizeitausgaben, denn im Ruhestand bleibt mehr Zeit – auch zum Geldausgeben. Jetzt lassen sich Pläne verwirklichen, von denen man vielleicht schon sein ganzes Leben geträumt hat. Die Ausgaben für Urlaub, Hobbys und Freizeitbeschäftigungen steigen vor allem in den ersten Jahren nach der Erwerbsaufgabe oft deutlich an. Auch die Gesundheitskosten können steigen oder stark variieren.

Warum das Budget so wichtig ist

Führen Sie die Budgetierung kontinuierlich und gewissenhaft durch. Sie ist die Basis Ihrer Einkommens- und Vermögensplanung für den Ruhestand. Erst wenn Ihr langfristiger Einkommensbedarf feststeht, können Sie Ihre Liquidität richtig planen und die passende Anlagestrategie für Ihr Vermögen wählen.

Rechnen Sie konservativ: Planen Sie lieber etwas höhere Ausgaben oder niedrigere Einnahmen und Reserven für Neuanschaffungen und Unvorhergesehenes ein. Das bewahrt Sie vor finanziellen Engpässen im Alter.

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