Leibrente kaufen oder Rente aus dem Privatvermögen selbst organisieren

Was ist besser: Eine Leibrente zu kaufen oder dieses Geld selbst anzulegen und kontrolliert zu verzehren?

Machen wir eine Vergleichsrechnung: Ein 65-jähriger Mann hat 200.000 Euro zur Verfügung. Damit kann er eine Leibrente von rund 8.000 Euro pro Jahr kaufen. Allerdings sind die Bezüge einkommensteuerpflichtig und Überschüsse nicht garantiert.

Legt er dieses Vermögen an und zahlt sich davon jedes Jahr einen Betrag in der Höhe der Leibrente aus, ist die Entnahme steuerfrei. Bei einer konservativen Rendite von 2 Prozent pro Jahr bleiben 1,47 Prozent, nach Abzug der Abgeltungssteuer und dem Solidaritätszuschlag.

Nach 20 Jahren – was in etwa der Lebenserwartung eines 65-Jährigen entspricht – ist das Anfangskapital in diesem Beispiel mit der Leibrente auf 40.000 Euro geschrumpft. Beim Privatvermögen sind noch über 90.000 Euro vorhanden. Die Ersatzrente aus dem Privatvermögen sichert 33 Jahre lang ein Einkommen, das dem der Leibrente entspricht. Der Rentner müsste 98 Jahre alt werden, bis ihm seine Leibrente mehr einbringt als die Ersatzrente.

Für die Erben bedeutet das einen Unterschied von fast 50.000 Euro, wenn der Mann mit 85 Jahren stirbt. Noch wichtiger ist, dass er sich einen höheren Lebensstandard leisten kann, wenn er sein Geld selbst anlegt. Er kann sich selbst dann eine höhere Ersatzrente auszahlen, wenn er zur Sicherheit mit einer Restlebenserwartung von 25 Jahren rechnet. Wenn er sich mit den 8.000 Euro begnügt, die er mit der Leibrente sicher hätte, ist sein Einkommen mehr als 30 Jahre lang gesichert.

Vergleich zwischen einer Leibrente und dem Kapitalverzehr
Vergleich zwischen einer Leibrente und dem Kapitalverzehr

Fazit: Eine Leibrente garantiert ein sicheres Einkommen bis ans Lebensende. Sie ist bequem, weil man sich um die Anlage seines Vermögens nicht zu kümmern braucht. Wer sein Geld jedoch selbst anlegt und kontrolliert verbraucht, fährt aber in der Regel deutlich besser: Er kann sich mehr leisten, zahlt weniger Steuern, und am Ende bleibt auch für die Erben mehr übrig. 

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