Früher in Rente gehen: So geht’s

So gut wie jeder denkt früher oder später darüber nach, sich vorzeitig aus dem Berufsleben zurückzuziehen. Allerdings haben weniger Beitragsjahre eine niedrigere Rente zur Folge. Frühzeitig geplant, lässt sich das fehlende Einkommen aus dem eigenen Vermögen ausgleichen.

Die meisten Deutschen würden gerne frühzeitig aus dem Erwerbsleben aussteigen. Allerdings steigt das Renteneintrittsalter seit 2012 bis 2032 von 65 auf 67 Jahre. Wer dann trotzdem zum frühestmöglichen Zeitpunkt mit 63 aufhören möchte, dem fehlen vier Jahreseinkommen und die Rente wird lebenslang um 0,3 Prozent pro vorbezogenem Monat gekürzt.

Wer keine finanziellen Abstriche machen möchte, muss diese wegfallenden Einkünfte aus dem eigenen Vermögen kompensieren. Dieses Kapital kann aus vorhandenem Vermögen, aus zu erwartenden Abfindungen und aus Auszahlungen von Versicherungen stammen.

Darüber hinaus fehlendes Kapital muss bis dahin aufgebaut werden. Wieviel das ist, ermittelt man in zwei Berechnungsschritten.

1. Fehlendes Einkommen ermitteln

Die Versorgungslücke ermittelt man, indem man seinen notwendigen Bedarf (vor allem die Miete, Versicherungen und Lebenshaltungskosten) den regelmäßigen Einkünften (wie Renten, Mieteinnahmen und Kapitalerträgen) gegenüberstellt. Bei der Fortschreibung dieser Angaben für alle Ruhestandsjahre ist auch die Inflation zu berücksichtigen.

2. Notwendiges Kapital berechnen

Die Versorgungslücke entspricht der Summe, die jedes Jahr fehlt und zusätzlich benötigt wird. Nun stellt sich die Frage, wie viel Kapital notwendig ist, um diese Lücke zu füllen. Die Herleitung der Summe geschieht über einen Kapitalisierungsfaktor. Er drückt aus, das "Wie-viel-Fache" der jährlichen Versorgungslücke vom notwendigen Vermögen benötigt wird. Der Faktor ist davon abhängig, wie alt der potenzielle Ruheständler ist, welchen Anlagehorizont das Vermögen hat und mit welchem Zinssatz es verzinst wird.

Ein Rechenbeispiel: Dieser 55-Jährige muss im Durchschnitt jedes Jahr 25.000 Euro aus seinem Vermögen entnehmen, um seine Einkommenslücke zu decken. Ausgehend von dem für sein Alter gültigen Kapitalisierungsfaktor und einer jährlichen Verzinsung von drei Prozent benötigt er 460.000 Euro, um 25 Jahre lang von 60.000 Euro jährlich leben zu können. Will er sein Vermögen in der Substanz erhalten, erhöht sich der Bedarf auf 835.000 Euro. Hierfür multipliziert man die Einkommenslücke mit der Mindestrenditeerwartung von drei Prozent.

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