Die Irrtümer rund um den Ruhestand

Bei der Vorbereitung auf den Ruhestand stehen Entscheidungen von meist großer finanzieller Tragweite an. Umso wichtiger ist, sich nicht von falschen Annahmen leiten zu lassen.

Viele gehen davon aus, dass sie ihre gesetzlichen und betrieblichen Renten automatisch erhalten. Doch der Rentenbezug muss angemeldet werden. Die Anmeldung sollte drei bis sechs Monate vor dem Zeitpunkt erfolgen, an dem man in Rente gehen möchte. Nur so ist sichergestellt, dass die erste Rente pünktlich ausbezahlt wird.

Rentner sind steuer- und abgabenpflichtig

Die meisten gehen davon aus, dass sie im Ruhestand keine Steuern und Abgaben mehr zahlen. Doch Renten sind in steigendem Maße steuerpflichtig. Wer bis 2005 in den Ruhestand ging, muss 50 Prozent seines Renteneinkommens versteuern. Dieser Besteuerungsanteil steigt seitdem jedes Jahr um 2 Prozentpunkte. Wer also 2019 in den Ruhestand geht, muss bereits 78 Prozent der Rente versteuern. Und wer 2040 oder später in den Ruhestand geht, muss seine gesamte Rente versteuern.

Hinzu kommen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Die Beiträge zur Krankenversicherung teilen sich Rentner und Rentenkasse. Die Beiträge zur Pflegeversicherung müssen Rentner komplett selbst bezahlen.

Leibrente: Umwandlungssatz ist nicht gleich Rendite

Ruheständler sind oft auf ein regelmäßiges Einkommen aus ihrem Vermögen angewiesen und ziehen den Abschluss einer Leibrentenversicherung in Betracht. Dabei lassen sich viele von einem Umwandlungssatz blenden und verwechseln ihn mit der Rendite. Dabei drückt der Umwandlungssatz lediglich aus, wie viel Prozent der eingezahlten Summe jedes Jahr ausgezahlt werden. Die Rendite einer Leibrente hingegen hängt von der Dauer der Bezüge ab. Eine Leibrente wirft nur eine gute Rendite ab, wenn der Versicherte sehr lange lebt.

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