Die Höhe der Erbschaftssteuer

Eine Erbschaft muss nach Abzug von Freibeträgen versteuert werden. Je größer das steuerpflichtige Erbe ausfällt, desto höher sind die Erbschaftssteuersätze. Die Höhe hängt von der Steuerklasse des Erben ab.

Erbschaftsteuertarife
Erbschaftsteuertarife

Die Beispiele verdeutlichen, wie viel Steuern im Erbschaftsfall bezahlt werden müssen:

  • Steuerklasse I: Hierzu gehören Ehepartner, Kinder, Enkelkinder, Eltern und Großeltern. Erbt beispielsweise ein Kind des Erblassers über seinen Freibetrag 400.000 Euro hinaus zwischen 75.000 Euro und 300.000 Euro, muss es darauf 11 Prozent Erbschaftsteuer entrichten.
  • Steuerklasse II: Hierzu gehören beispielsweise die Geschwister und deren Kinder. Fällt einem Geschwisterteil über seinen Freibetrag von nur 20.000 Euro hinaus ein gleich hohes Erbe zu, muss es darauf 20 Prozent Erbschaftsteuern entrichten.
  • Steuerklasse III: Hierzu gehören Erben, mit denen der Erblasser nicht verwandt ist. Ein solcher Erbe müsste über seinen Freibetrag von nur 20.000 Euro hinaus ein gleich hohes Erbe mit einem Steuersatz von 30 Prozent versteuern.

Härtefallausgleich

Eigentlich müsste ein Erbe, sobald sein Erbe nur geringfügig über dem jeweiligen Höchstbetrags eines Erbschaftssteuersatzes liegt, einen höheren Steuersatz abführen. Dann käme jedoch unter dem Strich bei einem geringeren Erbe mehr heraus als bei einem höheren Erbe – auch wenn der Steuersatz nur um einen Euro überschritten würde. Für solche Fälle hat der Gesetzgeber einen Härtefallausgleich vorgesehen. Demnach wird – gestaffelt nach Steuersatz – die ergänzend fällige Steuer (Mehrsteuer) auf die Hälfte des zusätzlichen Erbes (Mehrerwerb) beschränkt.

Ein Beispiel: Ein Großvater hinterlässt seinem Enkel 276.000 Euro. Da die Eltern des Kindes noch leben, kann der Junge einen Freibetrag von 200.000 Euro vom Geerbten abziehen. Die restlichen 76.000 Euro muss er aber versteuern. Für 75.000 Euro Erbe hätte der Steuersatz bei 7 Prozent gelegen (5.250 Euro). Der Enkel hat aber 1.000 Euro mehr geerbt und müsste daher eigentlich insgesamt 8.360 Euro Erbschaftsteuer zahlen, da die Steuerquote auf 11 Prozent steigt. Dann hätte der Junge für 1.000 Euro zusätzliches Erbe mehr als das Dreifache, nämlich 3.110 Euro, an Steuern bezahlt.

Deswegen greift in diesem Fall der Härtefallausgleich. Die Mehrsteuern werden auf die Hälfte des Mehrerwerbs (500 Euro) festgelegt. Für den Rest zahlt der Enkel 5.250 Euro. Das ist genau der Betrag, der für maximal 75.000 Euro abzuführen ist.

Diese Seite teilen