Tipps für einen systematischen Depotaufbau

Wer ein Wertpapier-Depot aufbauen möchte, sollte ein paar Regeln beachten, die die Erfolgschancen deutlich verbessern.

Viele Privatanleger haben große Summen auf Sparkonten, die schlecht verzinst sind. Ihnen ist zwar durchaus bewusst, dass Aktienanlagen langfristig besser rentieren als Anleihen oder Geld auf dem Sparkonto. Und sie wissen auch, dass die Kurse nach einer Kurskorrektur irgendwann wieder steigen.

Trotzdem machen viele als Anleger immer wieder dieselben Fehler: Sie verkaufen bei sinkenden Kursen und kaufen erst, wenn die Kurse bereits einen großen Teil der erzielten Verluste wieder wettgemacht haben. Sie lassen sich bei sinkenden Kursen zu stark von Verlustängsten und bei steigenden Kursen zu stark von Gier leiten.

Professionelle Anleger hingegen nutzen Phasen niedriger Kurse, um ihre Aktienbestände aufzustocken. Selbstverständlich können auch sie die künftige Entwicklung der Aktienkurse nicht voraussagen. Aber sie folgen bei ihren Investitionen strategischen und taktischen Überlegungen.

Die passende Strategie festlegen und einhalten

Vor einem Investment muss man sich Klarheit verschaffen über seinen persönlichen Anlagehorizont und die eigene Risikofähigkeit. Denn je länger man auf das investierte Geld verzichten und je besser man mit Kursschwankungen umgehen kann, desto größer darf der Aktienanteil sein.

Dabei sind Fragen zu beantworten wie: Sind größere Anschaffungen geplant? Wenn ja, in welchem Zeitraum? Brauche ich Erträge aus meinem Vermögen, um einen Teil meiner Lebenshaltungskosten zu finanzieren? Bin ich bereit, vorübergehende Verluste in Kauf zu nehmen? Die Antworten auf diese Fragen lassen sich in eine persönliche Anlagestrategie ummünzen.

Die Anlagestrategie besagt, welcher Anteil des Vermögens in bestimmte Anlageklassen wie Aktien und Anleihen investiert werden darf. Die Strategie ist der entscheidende Faktor für Erfolg oder Misserfolg der Investitionen. Privatanleger schenken ihr aber häufig zu wenig Beachtung. Anleger sollten ihre Strategie regelmäßig überprüfen, sie aber nicht aufgrund vorübergehender Entwicklungen an den Börsen aufgeben.

Steht die Anlagestrategie einmal fest, geht es darum, gute Titel auszuwählen. Für Vermögen bis etwa 500.000 Euro empfehlen sich Fonds. Sie erlauben auch Privatanlegern, ihr Geld auf eine große Zahl von Titeln zu verteilen.

Diversifikation senkt das Anlegerrisiko deutlich

Eine Faustregel besagt, dass der Anteil einer einzelnen Aktie oder Anleihe höchstens 5 Prozent der Gesamtinvestition betragen sollte. Wichtig ist auch die Verteilung der Anlagen auf mehrere Länder und auf unterschiedliche Sektoren wie die Finanz-, Konsumgüter- und Chemiebranche. Deutsche Anleger gewichten deutsche Titel oft zu stark, was zu einem Klumpenrisiko führt. Zusätzliche Diversifizierungsmöglichkeiten bieten Anlagen in Gold, Rohstoffen oder Immobilien.

Bei Aktien steigt man am besten gestaffelt ein

Um das Risiko eines ungünstigen Einstiegzeitpunkts zu verringern, empfiehlt sich vor allem bei Aktien ein gestaffelter Einstieg. Denkbar ist ein Einstieg in mindestens drei bis vier gleich großen Aktienpaketen im Abstand von je drei Monaten. Zusätzliche Käufe kann man zum Beispiel von Kursschwankungen abhängig machen: Sinkt der Wert eines Titels innerhalb von drei Monaten um 10 Prozent, kauft man unabhängig vom Zeitpunkt ein weiteres Aktienpaket hinzu. Ein solches systematisches Vorgehen schaltet Emotionen wie Angst und Gier weitgehend aus.

Diese Seite teilen