Fünf Kriterien bei der Wahl eines ETF

Der wichtigste Faktor für den langfristigen Anlageerfolg ist die passende Anlagestrategie, also die der individuellen Risikotoleranz entsprechende Aufteilung der Investitionen auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen.

Eine Anlagestrategie lässt sich heute problemlos ausschließlich mit ETFs umsetzen. An der Deutschen Börse stehen mehr als Tausend ETFs zur Auswahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.

Die Umsetzung einer Anlagestrategie ausschließlich mit ETFs hat verschiedene Vorteile: ETFs sind günstig und täglich handelbar, und sie bilden den Vergleichsindex (Benchmark) so gut wie möglich ab.

Um die passenden ETFs zu finden, sollten Sie bei der ETF-Selektion folgende fünf Punkte beachten.

Punkt 1: Die Wahl des richtigen Indexes

Mit einem ETF kaufen Anleger einen Anteil an einem Börsenindex wie DAX oder Dow Jones. ETFs haben das Ziel, einen Index 1 zu 1 abzubilden. Steigt der Index, steigt auch der Wert des ETF. Fällt der Index, verliert der ETF an Wert. Anleger müssen sich bewusst sein, dass ETF-Anlagen vollumfänglich die Wertschwankung des Index mitmachen. Der Wahl des richtigen Indexes kommt somit zentrale Bedeutung zu.

Tipp: Um ein Gefühl für die Wertentwicklung eines ETF zu bekommen, kann ein Blick auf die historischen Renditen und Kursschwankungen des zugrunde liegenden Indexes hilfreich sein. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden. Weiter sind auch ein Verständnis für die Berechnung und Zusammensetzung des Indexes hilfreich, um Risiken abschätzen zu können.

Punkt 2: Die Abbildungsqualität

Die Qualitätsunterschiede von börsengehandelten Indexfonds sind groß – auch wenn sie den gleichen Index nachbilden. Die ETF-Rendite sollte der Benchmark-Rendite entsprechen. Da jeder ETF die Indexrendite auf andere Weise nachbildet, ist das nicht der Fall: Zwischen den ETFs auf einen bestimmten Index kann es zu Renditeunterschieden von mehreren Prozentpunkten pro Jahr kommen.

Tipp: Um die Abbildungsqualität eines ETFs zu messen, lohnt sich ein Vergleich der ETF-Rendite mit der Indexrendite im selben Zeitraum. Unterscheiden sich die beiden Werte stark, ist Vorsicht geboten. Bei Aktien-ETFs sollte zudem darauf geachtet werden, dass der zugrunde liegende Index die Dividenden einberechnet.

Punkt 3: Die Replikationsart

Unter Replikationsart versteht man die Art und Weise, wie ein ETF einen Index abbildet. Grundsätzlich wird zwischen physischer Replikation und synthetischer Replikation unterschieden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF in die im Index enthaltenen Wertpapiere, wobei auch deren jeweilige Gewichtung im Index berücksichtigt wird.

Die synthetische Replikation funktioniert über Finanzderivate. Sie ist komplizierter und weniger transparent als die physische Indexnachbildung. Bestimmte Märkte lassen sich jedoch durch synthetische Replikation deutlich effizienter abbilden, besonders wenn die Indexbestandteile nur beschränkt handelbar sind.

Tipp: Seien Sie sich der Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Replikationsarten bewusst. Die Risiken von physisch replizierenden ETFs werden häufig als geringer eingestuft. Unter bestimmten Umständen kann die synthetische Replikation aber durchaus sinnvoll sein. Die passende Replikationsart muss deshalb von Fall zu Fall beurteilt werden.

Punkt 4: Die Kosten

Einen Hinweis auf die jährlich anfallenden Kosten gibt die Kennzahl TER (Total Expense Ratio). Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts. Das TER wird als Prozentsatz pro Jahr ausgedrückt.

Tipp: Bereits geringe Kostenunterschiede können zu beträchtlichen Renditeunterschieden führen. Angaben zur TER oder zu den Verwaltungsgebühren finden sich im Monatsbericht des ETF.

Punkt 5: Die Handelskosten

Beim Handel mit ETFs fallen unterschiedliche Kosten an. Neben banküblichen Gebühren muss auch der Kauf- bzw. Verkaufspreis eines ETFs genauer analysiert werden. Bei börsengehandelten Wertpapieren wie ETFs besteht üblicherweise eine Spanne zwischen Geld- und Briefkurs.Diese Spanne entspricht der Preisdifferenz zwischen dem Ankauf- und dem Verkaufskurs.

Tipp: Anleger sollten auf eine geringe Geld-Brief-Spanne achten. Vor allem bei häufigen Transaktionen fällt die Geld-Brief-Spanne ins Gewicht und wirkt sich negativ auf die Rendite aus.

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