Geschlossene Gesellschaft

WirtschaftsWoche, 02.07.2021

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des VZ mit Ergänzungen.

Viele Privatanleger fragen sich, wie Superreiche ihr Geld anlegen – denn mit Niedrig- oder Negativzinsen geben diese sich nicht zufrieden. Ihre mit Abstand beliebteste Anlage sind Aktien, gefolgt von Anleihen. Tom Friess vom VZ VermögensZentrum weiß: Wertpapiere sind die beste Form der Altersvorsorge.

Multimillionäre investieren ihr Geld in Gold, Kunstwerke und Antiquitäten – allerdings bevorzugen nur 3 Prozent diese Anlageklassen. Das ergab eine Umfrage für den UBS Global Family Office Report. 5 Prozent investieren in Hedgefonds, 14 Prozent in Immobilien und 16 Prozent in Private Equity. Am begehrtesten sind Wertpapiere: 17 Prozent der Vermögenden legen Geld in Anleihen an, und 29 Prozent in Aktien. 

"Aktien stehen jedem offen"

Bestimmte Anlagen sind also Superreichen und institutionellen Anlegern vorbehalten, denn sie haben hohe Eintrittshürden und Kapitalbedarf bis in den Millionenbereich. Trotzdem müssen sich normale Privatanleger nicht mit unrentablen Geldanlagen begnügen. 

"Aktien stehen jedem offen", betont Tom Friess, Geschäftsführer des VZ VermögensZentrums. "Es ist nicht entscheidend, um wie viel Geld es bei der Anlage geht. Wichtig ist, dass Anleger ihr Kapital clever investieren." Er rät, Kapital solide aufzubauen und sich dabei nicht von Gier leiten zu lassen. Auch ist es klüger, regelmäßig zu sparen statt zu versuchen, die Marktrendite zu schlagen. Und von unpassenden Investments sollte man lieber Abstand nehmen. "Manche Anlageklassen, wie Venture Capital, ergeben erst als Ergänzung zu einem großen Kapitalstock Sinn", weiß Tom Friess.

In jungen Jahren mit dem Sparen beginnen – am besten mit ETFs

Tom Friess empfiehlt, sich schon zu Beginn des Erwerbslebens mit dem Thema Vermögensaufbau zu beschäftigen. Mit einem strikten Plan lässt sich das umsetzen. Berufsanfänger sollten jeden Monat rund zehn Prozent ihres Nettoeinkommens zur Seite legen, dazu die Hälfte von Sonderzahlungen wie Boni. 

Dieses Geld sollten sie langfristig anlegen. Am einfachsten ist es, in einen breit gestreuten Indexfonds (ETF) zu investieren. Indexfonds bilden die Wertentwicklung ihres Vergleichsindex ab, zum Beispiel des Deutschen Aktien-Index (DAX) oder des MSCI World. ETFs werfen zwar nicht die „Megarendite“ einer Direktanlage ab, sind dafür aber weniger risikobehaftet. 

Wertpapiere für die Altersvorsorge

"Die Wertpapieranlage", meint Tom Friess, "gehört zu den besten Formen der Altersvorsorge." Mittlerweile sei es auch so einfach wie noch nie, sich an den Kapitalmärkten zu beteiligen. Anleger können bequem von zu Hause aus per Smartphone an der Börse handeln. Allerdings tut das noch längst nicht jeder, sagt Tom Friess: "Das Thema Geldanlage ist für viele Deutsche nicht so reizvoll wie die Frage, wo der nächste Urlaub hingehen soll."

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