Für immer Traumstrand

WirtschaftsWoche, 10.09.2021

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des VZ mit Ergänzungen.

Immer mehr junge Menschen sind Frugalisten. Sie haben das Ziel, schon früh finanziell unabhängig zu sein. Dafür sparen Sie einen Großteil ihres Einkommens und investieren das Geld an der Börse. Michael Huber vom VZ VermögensZentrum gibt Tipps, was sie dabei beachten sollten.

Anhänger der FIRE-Bewegung wollen schon in jungen Jahren die finanzielle Unabhängigkeit erreichen. Denn FIRE steht für "Financial Independence, Retire Early". Damit ist nicht die Frührente mit 63 oder 60 gemeint, sondern mit 40. 

Sehr früh anfangen zu sparen

Das Kapital dafür müssen sie bis dahin aufbauen. Damit das klappt, fangen viele schon als Berufseinsteiger mit dem Vermögensaufbau an. Wer ein gutes Einkommen hat, seine Ausgaben drückt und konsequent eine hohe Sparquote beibehält, kann es schaffen. Dabei spielt den Frugalisten seit vielen Jahren die Börsenentwicklung in die Hände, denn Aktienkurse und auch Immobilienpreise gehen langfristig immer weiter nach oben.

Doch der Kapitalstock, den sie für 40 oder 50 Jahre ohne Erwerbseinkommen brauchen, ist groß. Wie viel Vermögen der Einzelne dafür benötigt, hängt stark vom Lebensstandard ab und wie lange das Geld reichen muss. "Für die echte finanzielle Unabhängigkeit braucht es aber schon ein Vermögen von einer Million Euro", sagt Michael Huber vom VZ VermögensZentrum. Er findet es begrüßenswert, dass so viele junge Menschen sich für Geldanlagen interessieren und dies auch umsetzen. Allerdings findet er es befremdlich, dafür derart große Entbehrungen in Kauf zu nehmen. "Es ist doch nicht schön, zwanghaft geizig zu sein", findet Michael Huber.

In Aktien und Immobilien investieren

Wichtig ist, dass die Frugalisten auf die richtige Anlagestrategie setzen. Auf Sparkonten verliert das Ersparte wegen der Minuszinsen und der Inflation über die Zeit an Wert. Viele kaufen sich eine Wohnung oder ein Häuschen, um selbst darin zu wohnen und die Wohnkosten zu senken. Außerdem setzen sie auf den Kapitalmarkt und investieren in Aktien, ETFs, Anleihen und Rohstoffe, aber auch in Kryptowährungen.

Ihr Plan muss aber auch dann noch aufgehen, wenn sich das Leben ändert. Zwischen 25 und 40 kann beruflich und privat sehr viel passieren. Das Konzept wird spätestens auf die Probe gestellt, wenn eine Partnerschaft eingegangen wird und der Partner das Vorhaben nicht mitträgt. Mit einer Familiengründung steigen dann auch die Ausgaben. Häufig wird eine größere Wohnung benötigt, ein Auto angeschafft, und Kinder kosten auch Geld, vom Kindergarten bis zum Studium. Michael Huber: "All das geht zulasten des mühsam aufgebauten Kapitalstocks."

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