Alternative zur Riester-Rente

Handelsblatt, 19.07.2021

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des VZ mit Ergänzungen.

Die Basisrente ist ideal für Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte, die steuerbegünstigt für das Alter vorsorgen möchten. Anbieter punkten mit niedrigen Gebühren und höheren Renditechancen. Tom Friess rechnet vor, wie viel Alterskapital man damit aufbauen kann.

Die Basisrente ist eine Vorsorgeform für Steuerpflichtige, die sich steuerbegünstigt eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen möchten. Vielfach wird sie genutzt von Erwerbstätigen mit hohen Einkünften, wie Selbstständigen, Freiberuflern und angestellten Topverdienern. Die Beiträge zur Basisrente dürfen in beträchtlicher Höhe steuerlich geltend gemacht werden. 

23.724 Euro steuerlich absetzen

2021 können Ledige 25.787 Euro in die Basisrente einzahlen, Ehepaare mit 51.574 Euro das Doppelte. 92 Prozent davon können als Vorsorgeaufwand in der Steuererklärung angeben werden, das sind 23.724 Euro für Ledige und 47.448 Euro für Ehepaare. Der Anteil, der steuerlich absetzbar ist, steigt bis 2025 auf 100 Prozent. Das Alterskapital wird zu Rentenbeginn in eine lebenslange Leibrente umgewandelt, die zum dann aufgrund des wegfallenden Erwerbseinkommens meist niedrigeren persönlichen Steuersatz versteuert werden. Die Basisrente ist pfändungssicher und das Kapital wird nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. Allerdings kann man die Basisrente nicht kündigen, verkaufen, übertragen oder vererben.

"Nicht wenige nutzen die Basisrente auch, um ihre Vorsorgestrategie zu vervollständigen", sagt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ VermögensZentrums. "Ein Beispiel: Um eher aus dem Arbeitsleben aussteigen zu können, zahlt ein Arbeitnehmer noch in die Förderrente ein. Die verschafft ihm später ein sicheres Zusatzeinkommen, um das er sich nicht kümmern muss."

Vermögensverwalter und Versicherungen bieten Basisrenten an, bei denen die Beiträge nicht in klassische oder fondsgebundene Rentenversicherungen fließen, sondern in Wertpapiere wie ETFs. Diese Angebote sind kostengünstiger und eröffnen höhere Renditechancen. Anders als bei Riester-Verträgen können die Depots, je nach Risikoprofil des Vorsorgesparers, zu bis zu 100 Prozent aus Aktien-ETFs bestehen.

Niedrige Kosten ermöglichen viel mehr Alterskapital

Tom Friess rechnet vor, wie viel mehr Kapital eine Basisrente auf ETF-Basis im Vergleich zu fondsgebundenen Angeboten der Versicherer bringt. 

15 Jahre lang werden 25.000 Euro pro Jahr in eine Basisrente eingebracht, insgesamt also 375.000 Euro. Bei den Versicherern fallen im Durchschnitt während dieser Ansparphase 36.975 Euro Kosten für Vertrieb und Verwaltung an. Beim ETF-Sparplan sind es nur 360 Euro. Netto bleibt beim Versicherer entsprechend nur 338.025 Euro, beim ETF-Sparplan 374.640 Euro. Dieses Geld wird bei beiden Anbietern mit einer Bruttorendite von 4 Prozent angelegt. Die laufenden Kosten der Vermögensanlage sind beim Versicherer mit 2,09 Prozent fast doppelt so hoch wie beim ETF-Sparplan mit 1,11 Prozent. Zu Rentenbeginn enthält die Basisrente mit dem ETF-Sparplan 474.120 Euro, die Basisrente des Versicherers hingegen nur 393.060 Euro.

Ähnlich ist das Ergebnis, wenn 30 Jahre lang 500 Euro pro Monat in eine Basisrente eingezahlt werden, insgesamt also 180.000 Euro. In diesem Fall betragen die Kosten 15.489 Euro bzw. 720 Euro. Beim Versicherer werden dadurch mit dem gleichen Kapital in Summe 164.511 Euro eingezahlt, beim ETF-Sparplan 179.280 Euro. Bei einer Bruttorendite von 4 Prozent und Kosten von 2,09 Prozent bzw. 1,11 Prozent liegt der Wert der Basisrente mit dem ETF-Sparplan nach 30 Jahren bei 287.370 Euro, der Wert der Basisrente beim Versicherer dagegen nur bei 222.629 Euro. 

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