Aktien für eine auskömmliche Rente

Handelsblatt, 18.02.2021

Um im Alter sorgenfrei zu leben, müssen die meisten Deutschen privat vorsorgen. Besonders effizient ist der Kapitalaufbau mit Aktien. Christian Lange vom VZ VermögensZentrum erklärt, worauf sie dabei achten müssen.

Der Bedarf an privater Altersvorsorge steigt, und immer mehr Deutsche fragen sich, wie sie das benötigte Kapital für ihren sorgenfreien Ruhestand am besten ansparen können. Finanzexperten raten: Fangen Sie so früh wie möglich an, mit der passenden Strategie breit in Wertpapiere zu sparen. Wer noch mindestens fünf bis zehn Jahre Zeit hat, sollte Aktien in Betracht ziehen. Denn Spar-, Tages- und Festgeldkonten bieten in nächster Zeit kaum noch Rendite. "In der Coronakrise hat sich der Zinsdruck nach unten noch verschärft", ergänzt Christian Lange, Mitglied der Geschäftsleitung des VZ VermögensZentrums.

Was Vorsorgesparer im Depot haben sollten

Seit mehreren Jahren raten Vermögensverwalter, Anleihen im Depot deutlich zu reduzieren. Empfohlen werden stattdessen Aktien von Unternehmen, die stabile Gewinne oder Ausschüttungen in Aussicht stellen, zum Beispiel Konzerne aus dem Konsumgüterbereich. Anlegern, die ein dynamisches Depot anstreben, rät Christian Lange zu einer Aktienquote von 70 Prozent. Weitere 20 Prozent können in Anleihen fließen und die restlichen zehn Prozent in Rohstoffe, die Hälfte davon Gold.

Wichtig ist eine breite, weltweite Streuung. Ins Depot gehören deutsche und europäische Aktien ebenso wie Aktien aus den USA und aus Schwellenländern. Günstig und transparent sind passive Indexfonds wie Aktien-ETFs. "Nach Belieben können Anleger zusätzlich ein paar Akzente mit Einzelwerten setzen, wenn sie sich mit den Unternehmen beschäftigen wollten", findet Christian Lange.

Und bei Zinspapieren? Ihm gefallen Anleihen aus den USA und aus Schwellenländern. Diese bergen zwar Währungsrisiken, bringen aber noch Zinsen. Auch Unternehmensanleihen sind durchaus interessant. Christian Lange findet einen globalen Mix aus Hochzinspapieren mit ihrer geringeren Bonität einen Blick wert, trotz drohender Kreditausfälle. "Es werden nicht alle Bonds ausfallen", meint er. In diesem Segment rät er zu aktiv gemanagten Fonds, denn: "In den Indexfonds sind die größten Schuldner am stärksten vertreten."

Rentner brauchen die richtige Einkommensstrategie

"Um mit einem angesparten Vermögen im Alter sorglos leben zu können, brauchen auch Rentner eine kluge Mischung aus Strategien", betont Christian Lange. "Das Kapital sollte auch im Rentenalter weiter für einen arbeiten."

Dafür hat das VZ VermögensZentrum die Etappenstrategie entwickelt. Dafür wird das Alterskapital in zwei Teile geteilt. Der sogenannte Verbrauchsteil ermöglicht die Auszahlungen für die ersten zehn Jahre. Diese Gelder werden in wertstabilere Rentenfonds mit Firmenbonds guter Qualität und Staatsanleihen sowie Immobilienfonds investiert. Während dieser zehn Jahre baut der Wachstumsteil, der in Aktienfonds investiert wird, weiter Vermögen auf. Mit dieser Kombination erhält der Rentner regelmäßige Auszahlungen und sein Kapital bleibt erhalten.

Wie viel Kapital ein Rentner braucht, um bei vollständigem Kapitalerhalt 500 Euro pro Monat entnehmen zu können, hängt von der Anlagenrendite ab. Bei einer konservativen Renditeerwartung von 1,5 Prozent pro Jahr benötigt man 403.250 Euro. Bei 2,0 Prozent Rendite braucht man 303.250 Euro, bei 2,5 Prozent 243.250 Euro und bei 3,0 Prozent 203.250 Euro. Bei 4,0 Prozent Rendite braucht man rund 60 Prozent weniger Kapital als mit 1,5 Prozent, nämlich 153.250 Euro. Um eine Rendite von 4,0 Prozent zu erreichen, müsste der Anleger das Geld am Aktienmarkt investieren und Wertschwankungen akzeptieren.

So funktioniert die Etappenstrategie des VZ

Bei der Etappenstrategie plant man in Etappen von 10 Jahren. Für die erste Dekade werden die gewünschten Auszahlungen festgelegt und das entsprechende Kapital für den Verbrauchsteil bereitgestellt. Je nach Bedarf und vorhandenem Kapital macht der Verbrauchsteil meist ein Drittel bis die Hälfte des Vermögens aus. Für den Verbrauchsteil wird eine Rendite von 2,0 bis 2,5 Prozent pro Jahr (nach Kosten) angestrebt.

Das übrige Kapital wandert in den Wachstumsteil. Aus den Erträgen speist sich ab der zweiten Dekade der neue Verbrauchsteil, der wiederum regelmäßige Auszahlungen ermöglicht. Dieses Geld wird renditeorientiert angelegt. Es fließt breit in Aktienfonds und ist während der gesamten Dauer von zehn Jahren investiert. Bei starken Marktbewegungen wird nachjustiert. Die Zielrendite beträgt vier bis sechs Prozent im Jahr (nach Kosten).

Ob Vorsorgesparer oder Ruheständler, Anleger müssen auf die Kosten ihrer Geldanlagen achten, denn diese schmälern ihre Rendite. ETFs haben günstige Gebühren. Beim Kauf und Verkauf fallen keine Ausgabeaufschläge oder Rücknahmegebühren an. ETFs werden an der Börse gehandelt, dafür fallen Transaktionskosten an. Das VZ VermögensZentrum bietet die Etappenstrategie ab einem Vermögen von 200.000 Euro an und verlangt dafür 0,7 bis 1,4 Prozent des Kapitals im Jahr.

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