3 Fragen zur betrieblichen Altersversorgung

DPN, 01.02.2021

Die Deutschen Pensions- und Investment-Nachrichten, eine Publikation der FAZ-Gruppe, befragt Experten für betriebliche Altersversorgung. Lothar Birker vom VZ VermögensZentrum gibt Einschätzungen zu den Chancen und Risiken des Jahres 2021.

Das Jahr 2021 dürfte von Niedrigzinsen und der Coronavirus-Krise geprägt sein. Darüber hinaus, was werden die größten Risiken und Herausforderungen für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung (EbAVs) sein?

Lothar Birker: Das Marktumfeld für EbAVs wird auch aufgrund der Pandemie schwieriger. Es geht darum, eine angemessene Rendite zu erwirtschaften und den Herausforderungen der Regulierung unter dem Einfluss der europäischen Aufsicht EIOPA gerecht zu werden. Die Finanzierung klassischer Leistungszusagen in EbAVs wird anspruchsvoller und kann zu Nachfinanzierungsverpflichtungen der Träger führen.

Mit welchen Modellen bieten sich für EbAVs 2021 die größten Chancen und Wachstumspotenziale?

Lothar Birker: Chancenreich ist ein Modell, das das Beste aus zwei Welten verbindet: Durch die Kombination eines Wertpapierdepots bei einer Vermögensverwaltung mit den Vorteilen einer Lebensversicherung, also Versicherungsschutz und Steuern. In einem Versicherungsmantel können die Anlagestrategie, etwa ein ETF-Portfolio über alle Anlageklassen und Märkte, und die Aktiengewichtung gewählt werden.

Im September findet die nächste Bundestagswahl statt. Welches Thema aus der bAV-Regulatorik sollte die nächste Regierung als erstes angehen?

Lothar Birker: Wir müssen die Attraktivität für die eigene Versorgung des Unternehmers erhöhen. Eine reine Beitragszusage ohne Garantien in der Direktzusage ist die Lösung. Unternehmerrisiken werden eliminiert, eine kapitalmarktorientierte Anlagestrategie im Niedrigzins ermöglicht höhere Leistungen für die Versorgungsberechtigten. Weniger Regulierung und mehr Eigenverantwortung stärken die bAV.

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