Vorsorgeplanung mit der App – so laden Sie Ihren Renten-Akku auf

Extra-Magazin, 27.11.2020

Hand aufs Herz: Wissen Sie, wie hoch Ihre Einnahmen sein werden, wenn Sie in Rente gehen? Fest steht nur: Im Alter drohen massive Versorgungslücken. Die Vorsorge-App Vinz möchte Abhilfe schaffen. Wie das geht, erläutert Finanzexperte Michael Huber vom VZ VermögensZentrum.

Herr Huber, Sie haben mit dem VZ VermögensZentrum die Altersvorsorge-App Vinz auf den Markt gebracht. Benötigt man wirklich eine App, um seine Altersvorsorge zu planen, oder ist das nur eine nette Spielerei?

Michael Huber: Für viele Menschen ist private Altersvorsorge ein Buch mit sieben Siegeln. Sie wissen nicht, wie sie sich dem Thema nähern sollen und wer ihnen dabei helfen kann. Unsere Vorsorge-App erleichtert den Einstieg ins Thema. Vinz bietet eine Gebrauchsanleitung, wie man am besten vorgeht. Mit dem Installieren der App verpflichtet sich der User zu nichts und hat auch keine Kosten. Das ist keine Spielerei, sondern eine zeitgemäße Form, sich dem Thema zu nähern.

Wie ist denn die Idee dazu entstanden? Und hat es lang gedauert, bis Sie das Produkt entwickelt hatten?

Michael Huber: Also eigentlich mehr als zwanzig Jahre (lacht). Im Ernst: Seit Unternehmensgründung ist es unsere Mission, Menschen bei ihrer Altersvorsorge zu unterstützen. Was früher die Excel-Tabelle war, ist heute Vinz. Kann genauso viel, macht aber mehr Spaß.

Was kann Vinz denn alles?

Michael Huber: Vinz ermöglicht erstmals einen Gesamtüberblick über die eigene Altersvorsorge. Dazu errechnet die App den aktuellen Versorgungsstand und zeigt auf einen Blick, wie viel bis zum gewünschten Renteneinkommen noch fehlt. Anschließend hilft Vinz beim Schließen der Rentenlücke. Bleiben Fragen offen, kann man mit einem Experten des VZ VermögensZentrums Kontakt aufnehmen und sich beraten lassen.

Welche Schritte gehe ich als Erstes, wenn ich mich als User angemeldet habe, und welche Unterlagen benötige ich dafür?

Michael Huber: Vinz fragt zunächst nach Alter, Einkommen, vorhandenem Vorsorgekapital und der persönlichen Wunschrente. Für diese Angaben benötigen Sie als Anwender keine speziellen Unterlagen.

Im Mittelpunkt der App steht der sogenannte Renten-Akku. Was steckt dahinter?

Michael Huber: Der Renten-Akku ermittelt den Ladestand der eigenen Altersvorsorge und zeigt, wie viel bis zur Wunschrente noch fehlt. Dazu errechnet das Programm anhand des monatlichen Einkommens, des individuellen Alters, des geplanten Rentenbeginns und des bereits angesparten Vorsorgevermögens, wie hoch das Alterseinkommen zum Rentenstart sein wird. Aspekte wie Verzinsungen, Geldentwertung durch Inflation, gesetzliche Rentenanpassungen und steuerliche Kriterien fließen in die Berechnung ein.

Es gibt eine weitere interessante Funktion, den Expertenmodus. Was hat es damit auf sich?

Michael Huber: Diese Funktion ermöglicht eine genauere Berechnung der Renteneinkünfte. Hier kann man neben den vorgenannten Punkten weitere Kriterien erfassen, beispielsweise Miet- oder Kapitaleinkünfte, erwartbare Erbschaften sowie Ausgaben bei Renteneintritt, etwa Immobilienkredite oder Unterhaltskosten. Sämtliche Planungsannahmen wie Inflationshöhe, erwartete Verzinsungen, unterstellte Berufsjahre sowie die eigene Lebenserwartung werden im Expertenmodus genau erklärt und können leicht angepasst werden.

Wenn die Rentenlücke ermittelt ist: Wie geht es dann weiter? Erhalten die User von Ihnen Empfehlungen für die Geldanlage?

Michael Huber: Nein, die App empfiehlt keine konkreten Investments. Die User sollen selbst entscheiden. Je nachdem, welche Kriterien Vorsorgesparern wichtig sind, zum Beispiel Flexibilität, hohe Steuervorteile oder lebenslange Rentenleistungen, erläutert Vinz Vor- und Nachteile verschiedener Vorsorgeformen wie Riester- und Rüruprente, Versicherungen und ETF-Sparpläne. Der Nutzer entscheidet dann, mit welcher Sparvariante er fortfahren will.

Sie empfehlen ETF-Sparpläne, um die Rentenlücke zu schließen - warum?

Michael Huber: ETFs sind eine moderne, transparente Form der Geldanlage. Mit ETFs lassen sich passgenaue Portfolios zusammenstellen, die langfristig die gewünschten Alterseinkünfte zuverlässig aufbauen und absichern - und das zu äußerst günstigen Kosten.

Wie viel Erklärung und Hilfestellung kann die App leisten? Gibt es weitere Beratungsangebote von Ihnen?

Michael Huber: Die Vinz-App ist bewusst schlank gehalten, kann aber dennoch rund 80 bis 90 Prozent der Fälle abbilden. Wer sich in einer komplexen Ausgangslage sieht oder die persönliche Beratung sucht, kann jederzeit einen Experten unseres Hauses hinzuziehen: telefonisch, per Videoberatung oder auch persönlich.

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