Verluste tun jetzt doppelt weh

Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26.01.2020

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des VZ mit Ergänzungen.

Privatanleger können Verluste von Kapitalanlagen nicht mehr vollumfänglich steuerlich geltend machen. Das betrifft auch konservative Anleger, die sich gegen Kursverluste absichern oder Zusatzeinkünfte konstruiert haben. Viele müssen ihre Anlagestrategie ändern. Michael Huber vom VZ VermögensZentrum erklärt, wie das über die Aktienquote möglich ist.

Anfang des Jahres haben sich die Steuervorschriften für Privatanleger verschlechtert. Totalverluste aus Kapitalanlagen sind nur noch bis zu 10.000 Euro pro Jahr von der Steuer absetzbar. Totalverluste entstehen beispielsweise, wenn ein Unternehmen insolvent ist und die Aktien nichts mehr wert sind, ein Unternehmen Anleihen nicht zurückzahlt und wenn fällige Optionen oder Zertifikate wertlos sind. Nächstes Jahr ändern sich auch die Steuervorschriften für Termingeschäfte: Ab 2021 sind Verluste nur noch bis 10.000 Euro pro Jahr absetzbar, und Anleger können die Verluste nur noch mit Gewinnen aus anderen Termingeschäften verrechnen.

Privatanleger müssen Anlagestrategie ändern

Diese neuen Regelungen betreffen nicht nur Anleger mit hoher Risikobereitschaft, sondern auch konservative Anleger. Käufer von Anleihen mittelständischer Unternehmen glaubten, ihr Geld sicher zu investieren. Ging das Unternehmen in die Insolvenz, fiel die Anleihe aus und die Anleger verloren ihr Geld.

Außerdem nutzen viele Anleger Optionen, um ihr Depot gegen Kursverluste abzusichern oder Zusatzeinkünfte zu generieren. Sie sollten ihre Anlagestrategie anpassen, um das Verlustrisiko auf 10.000 Euro zu begrenzen. Kostet die Absicherung 5 Prozent des Depotwerts, können sie Investments in Höhe von 200.000 Euro absichern. In turbulenten Zeiten können aber es viel weniger sein. Stürzen die Aktienkurse ab, helfen also auch Put-Optionen nur bedingt. Das VZ VermögensZentrum geht einen anderen Weg: "Wir sichern das Depot unserer Kunden gegen Kursverluste, indem wir die Aktienquote in unsicheren Zeiten durch Verkäufe reduzieren oder in risikoärmere Aktien umschichten", sagt Michael Huber vom VZ VermögensZentrum. Anders als mit Optionen muss der Anleger nicht nachweisen, dass er termingeschäftsfähig ist. Es ist aber nicht ganz einfach, günstige Zeitpunkte für die Anpassungen zu finden.

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