Stiftungssektor von Rezessionsgefahr unbeeindruckt

Private Banking Magazin, 19.02.2020

Deutsche Stiftungen nehmen kaum Veränderungen an ihren Portfolios vor. Das zeigt das 4. Deutsche Stiftungsbarometer, das das Magazin "Die Stiftung" zusammen mit dem VZ VermögensZentrum erstellt.

Jede zweite Stiftung in Deutschland schätzt ihre finanzielle Situation als gut oder sehr gut ein. Nur jede fünfte Stiftung gab an, dass ihre Lage schlecht oder sehr schlecht sei. Das ergab die Umfrage zum aktuellen Deutschen Stiftungsbarometer.

Die meisten der befragten Stiftungen haben in der zweiten Jahreshälfte 2019 die Ausrichtung ihrer Kapitalanlagen unverändert belassen. 57 Prozent der befragten Stiftungen gaben an, nichts unternommen zu haben, um ihre Anlagen auf eine mögliche Rezession auszurichten. Die übrigen gingen unterschiedliche Wege: 14 Prozent holten sich die Unterstützung eines Vermögensverwalters. 12 Prozent setzten auf aktiv gemanagte Investmentfonds und 6 Prozent auf Wertpapiere krisenfester Branchen. 7 Prozent senkten den Aktienanteil ihres Depots.

Aktien als Renditebringer

Die Aktienquoten sind unterschiedlich hoch. Fast jede vierte Stiftung hat einen Aktienanteil von 20 bis 40 Prozent im Depot, jede sechste unter 20 Prozent. Zwei von fünf Stiftungen verzichten auf Aktien. Dabei sehen Stiftungen der Anlageklasse überwiegend positiv. Als Haupteigenschaft von Aktien nannten 25 Prozent der Stiftungen die Rendite, 24 Prozent den Sachwert und 13 Prozent hohe Dividenden. 17 Prozent befürchten starke Wertschwankungen und lediglich 7 Prozent ein hohes Risiko.

Anleihen bleiben beliebt

Stiftungen halten Anleihen die Treue. In der Befragung zum Stiftungsbarometer wurde sowohl nach möglichst risikolosen Anleihen als auch nach renditestärkeren riskanteren Anleihen gefragt. Das Ergebnis: Zwei Drittel der Stiftungen setzen auf risikoarme Anleihen. Bei jeder fünften Stiftung machen diese Papiere mehr als 60 Prozent des Portfolios aus.

Ausschüttungen sind wichtig

Rund die Hälfte der Stiftungen an, dass regelmäßige Ausschüttungen der wichtigste Faktor bei Anlageentscheidungen seien. Bei fast jeder fünften Stiftung war es die erwartete Entwicklung der Anlage, bei fast jeder zehnten das Vertrauensverhältnis zu ihrem Finanzinstitut.

Zum Deutschen Stiftungsbarometer

Das Deutsche Stiftungsbarometer ermittelt zweimal pro Jahr die Stimmungen, Strategien und Trends in der deutschen Stiftungslandschaft. Die Befragung von Stiftungen führt das Fachmagazin "Die Stiftung" zusammen mit dem VZ VermögensZentrum durch. Dabei geht es um die finanzielle Situation und die Zukunftserwartungen von Stiftungen im Bezug auf ihre Vermögensanlage. An der Befragung zum 4. Deutschen Stiftungsbarometer nahmen Vertreter von 161 Stiftungen teil, darunter 56 Prozent ehrenamtliche und 22 Prozent hauptamtliche Stiftungsvorstände.

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