ETFs: Vier Lehren aus dem Corona-Crash

WirtschaftsWoche, 30.04.2020

In Deutschland investieren Millionen Sparer und Anleger in ETFs. Diese entwickeln sich genauso wie der Index, den sie abbilden – auch jetzt in der Coronavirus-Krise. Dennoch verlieren ETFs aktuell nicht an Beliebtheit. Christian Lange vom VZ VermögensZentrum weiß warum.

Immer mehr Sparer und Anleger entscheiden sich für ETFs. Die Indexfonds bilden einfach einen Index ab, zum Beispiel den Deutschen Aktien-Index (DAX) oder den weltweiten MSCI World. Mit einem ETF investiert man in zahlreiche Aktien, erhält also eine breite Streuung zu niedrigen Gebühren. Vor allem das Sparen mit ETFs wird immer beliebter. Die Anzahl der abgeschlossenen ETF-Sparpläne hat sich in den letzten zwei Jahren auf 1,5 Millionen verdoppelt. Ein ETF-Sparplan bringt in der Regel viel mehr Rendite als ein Sparbuch.

In den vergangenen zehn Jahren gab es zwar immer wieder Rückschläge an den Märkten, aber unterm Strich haben die Indizes stark an Wert zugelegt. Doch die Coronavirus-Krise hat die Börsen um bis zu 40 Prozent einbrechen lassen, wovon sie sich zum Teil bereits wieder erholt haben. Die Anleger reagieren besonnen. Panik ist nicht ausgebrochen, im Gegenteil: ETF-Sparer halten an ihrer langfristigen Strategie fest, und die Anzahl der Neuabschlüsse ist sogar gestiegen.

Christian Lange vom VZ VermögensZentrum sieht derzeit eine erhöhte Nachfrage nach ETFs. Ihn kontaktieren zahlreiche Anleger, die einen größere Summe zur Verfügung haben, zum Beispiel weil die Lebensversicherung ausbezahlt wurde oder sie eine Immobilie veräußert haben. Sie möchten bei Banken keine Negativzinsen auf ihre Guthaben bezahlen und ihr Geld vor der Inflation schützen.

"Gerade jetzt lohnt es sich, marktbreit mit ETFs in den Aktienmarkt einzusteigen", sagt Christian Lange. ETFs seien einfach zu verstehen und darum eine perfekte Anlage für Einsteiger. Allerdings lässt sich noch nicht absehen, wie einzelne Unternehmen und damit auch ihre Aktien die Coronavirus-Krise überstehen.

Diese Seite teilen