Wohin mit dem Geld?

Börse Online, 23.11.2019

Niedrig- und Minuszinsen machen Anlegern das Leben schwer. Sie brauchen Anlagealternativen. In Frage kommen Aktien, Immobilien und Versicherungen. Christian Lange vom VZ VermögensZentrum zeigt, welche Vor- und Nachteile die Anlageformen haben.

Sparbücher und Tagesgeldkonten sind keine gute Wahl. Die Zinsen sind so niedrig, dass es kaum an Wert zulegt. Im Gegenteil, bei den ersten Banken verliert es sogar an Wert, da diese von ihren Kunden Minuszinsen verlangen, teilweise sogar ab dem ersten Cent. Selbst ohne Minuszinsen schwindet das Ersparte wegen der Inflation. Christian Lange vom VZ VermögensZentrum zeigt auf, wie stark der Wertverlust ist: Bei einer Inflation von 1,5 Prozent ist ein Guthaben von 200.000 Euro nach zehn Jahren nur noch 174.000 Euro wert.

Um das zu verhindern, müssen Anleger ihr Vermögen besser anlegen. Welche Anlageform für wen die richtige ist, hängt individuell von den Zielen der Geldanlage ab. Vielen Deutschen ist wichtig, dass ihr Geld sicher angelegt ist und sie flexibel darauf zugreifen können. Andere wünschen sich eine attraktive Rendite und möchten ihr Erspartes vor der Inflation schützen. Keine Anlageform erfüllt alle Wünsche. Die Übersicht des VZ VermögensZentrums zeigt, welche Anlageform welche Vor- und Nachteile mitbringt.

Anlageformen und ihre Vor- und Nachteile

  Immobilien Lebensversicherungen Aktien Tagesgeld, Girokonto
Flexibilität teilweise nein teilweise ja
Sicherheit teilweise ja teilweise teilweise
Inflationsschutz ja teilweise ja nein
Attraktive Rendite teilweise nein ja nein
Geringe Kosten nein nein ja ja
Eignung langfristiger Vermögensaufbau Absicherung, Vorsorge langfristiger Vermögensaufbau Reserve, Anschaffungen

Quelle: VZ VermögensZentrum

Christian Lange erklärt, dass der Anlageerfolg beim Wertpapierdepot im Wesentlichen von der Anlagestrategie abhängt. Taktische Anpassungen machen nur rund 20 Prozent aus. Auch der Anlagehorizont spielt eine Rolle, also wie lange der Anleger eine Summe investiert. Es ist empfehlenswert, sein Vermögen aufzuteilen. Man benötigt eine jederzeit verfügbare Liquiditätsreserve für unvorhergesehene Ausgaben sowie Geld, das in nächster Zukunft gebraucht wird. Das übrige Vermögen kann längerfristig angelegt werden.

Tipps für Aktien-Investments

Wer sein Geld in Aktien anlegen möchte, sollte vier wichtige Punkte beachten:

  1. Sich seine eigene Anlagestrategie erarbeiten. Dafür muss man sein Risikoprofil kennen, also welche Risikobereitschaft und Risikofähigkeit man hat, und seinen Anlagehorizont berücksichtigen.
  2. Fehler vermeiden. Man sollte sein Depot breit gestreut anlegen und keine Klumpenrisiken eingehen. Aufgepasst auch vor "heißen Tipps"!
  3. Nicht emotional handeln. Anlageentscheidungen wollen kontrolliert und systematisch getroffen werden. Auch bei starken Marktbewegungen Ruhe bewahren und nicht in Panik verfallen.
  4. Die Gebühren kennen und im Griff behalten. Das gilt insbesondere für die größten Posten, Ausgabeaufschläge von Fonds sowie Transaktionskosten.

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