Einfach mal den Staat zahlen lassen

Euro, 01.12.2019

Altersvorsorge ist wichtiger und vielfältiger denn je. Betriebliche und viele private Vorsorgemaßnahmen sind staatlich gefördert, zum Teil mit attraktiven Steuervorteilen. Doch wie viel Geld muss man eigentlich für das Alter ansparen? Michael Huber vom VZ VermögensZentrum erklärt, wie jeder das für sich herausfindet.

Wie viel Kapital brauche ich, um im Rentenalter finanziell abgesichert zu sein? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, denn die Einkommenslücke im Ruhestand ist individuell verschieden und damit auch die benötigte Summe, um diese zu schließen.

"Eine Lücke besteht, wenn die regelmäßigen Einnahmen im Alter die laufenden Ausgaben nicht decken", erklärt Michael Huber vom VZ VermögensZentrum. Er rät jedem, spätestens mit 50 eine Bestandsaufnahme zu machen. Die entscheidenden Fragen dabei sind:

  1. Wie groß ist meine Einkommenslücke im Ruhestand?
  2. Wie viel Kapital benötige ich, um die Lücke langfristig zu decken?
  3. Wie viel muss ich jeden Monat sparen, um mein Alterskapital zum Zeitpunkt der Pensionierung zur Verfügung zu haben?

Budget aufstellen und an die Inflation denken

Um die Einkommenslücke im Ruhestand zu ermitteln, sollte man die erwarteten Einkünfte zusammenstellen, wie Renten, Kapital- und Mieterträge, sowie die Vermögenswerte. Davon zieht man die Ausgaben ab, wie Wohnkosten, Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, Steuern sowie Ausgaben für Lebenshaltung, Freizeitgestaltung und Mobilität.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Inflation. Seit 1950 beträgt sie im Schnitt 2,5 Prozent pro Jahr. "Auf den ersten Blick erscheint das vernachlässigbar, doch haben auch solche relativ niedrigen Raten über längere Zeiträume große Auswirkungen", warnt Michael Huber. Sein Tipp: Beim Budget sollte man für Einkünfte und Ausgaben unterschiedlich hohe Inflationsraten einsetzen und durchrechnen. Für die Einkünfte sollte die Inflationsrate niedriger sein als für die Ausgaben. Dieses Vorgehen schützt Vorsorgesparer davor, unangenehm überrascht zu werden. Denn: "Versorgungslücken werden erfahrungsgemäß eher zu klein als zu groß eingeschätzt", weiß Michael Huber.

Diese Seite teilen