So schließen Sie die Rentenlücke

Focus, 09.03.2019

Lebensversicherungen bleiben immer öfter hinter den Erwartungen zurück. Christian Lange vom VZ VermögensZentrum weiß: Die Niedrigzinsen sind schuld.

Wer bei der Altersvorsorge auf seine Lebensversicherung zählt, wird in vielen Fällen eine herbe Enttäuschung erleben. Viele Policen werfen am Ende wesentlich weniger Kapital ab als bei Abschluss erwartet. Die Versicherer haben langfristig mit viel höheren Marktrenditen gerechnet, die sie allerdings seit vielen Jahren nicht mehr erzielen können.

"Früher wurden die Hochrechnungen der Ablaufleistungen mit Überschüssen von fünf Prozent bis teilweise acht Prozent gerechnet", erklärt Christian Lange, Mitglied der Geschäftsführung beim VZ VermögensZentrum. "Heute wird klar, dass vielleicht 2,5 bis 4 Prozent herauskommen. Da klafft eine große Lücke." Darum garantieren die Versicherer ihren Kunden nur noch das gesetzliche Minimum. Dieser Garantiezins von Neuverträgen, der in den 90er Jahren bei 4 Prozent lag, ist seit 2017 bei mageren 0,9 Prozent. Was über den Garantiezins hinausgeht, damit sollte man als Versicherter nicht unbedingt rechnen.

Wie viel Kapital man braucht, um die Rentenlücke zu schließen

Zeichnet sich ab, dass im Ruhestandsbudget größere Summen fehlen, sollte man frühzeitig gegensteuern. Je länger man Zeit hat, das fehlende Kapital aufzubauen, desto geringer sind die Sparraten. Auch die Anlagenrendite hilft. Das zeigen Ihnen mehrere Beispiele.

Beispiel 1: Sparziel 80.000 Euro

Sie haben 20 Jahre Zeit, um 80.000 Euro anzusparen. Bei einer Rendite von 3 Prozent pro Jahr beträgt Ihre Sparrate 243 Euro pro Monat. Bei 4 Prozent sind es 217 Euro, bei 5 Prozent 194 Euro.

Beispiel 2: 1.000 Euro Zusatzrente

Sie möchten so viel Kapital haben, dass Sie sich von den Zinsen eine Zusatzrente von 1.000 Euro pro Monat auszahlen können. Das Kapital soll vollständig erhalten bleiben. Die Inflation beträgt 2,0 Prozent. Bei einer Anlagenrendite von 3 Prozent pro Jahr brauchen Sie 529.700 Euro. Bei 4 Prozent sind es 392.500 Euro und bei 5 Prozent 311.200 Euro.

Beispiel 3: 30 Jahre Zeit zum Sparen

Je länger die Ansparphase ist, desto stärker profitieren Sie vom Zinseszins-Effekt. Angenommen, Sie haben 30 Jahre Zeit und eine Anlagenrendite von 5 Prozent. Mit einer Sparsumme von 2.500 Euro pro Jahr haben Sie nach 30 Jahren 173.900 Euro. Aus 5.000 Euro pro Jahr werden nach 30 Jahren 347.800 Euro, aus 10.000 Euro pro Jahr 695.600 Euro.

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