Rentenfalle durch frühe Schenkung

Im Mittelstand, 08.04.2019

Um Steuern zu sparen, übertragen viele Eltern frühzeitig Geldvermögen auf ihre Kinder. Verrechnen sollte man sich dabei aber nicht. Sind die Summen zu groß, kann der Lebensunterhalt im Alter gefährdet sein.

Viele Eltern möchten das mühsam erarbeitete Familienvermögen ohne Erbschaftssteuer an ihre Kinder weitergeben. Bei eigenen Kindern geht das bis zu einem Wert von 400.000 Euro, Enkel können bis 200.000 Euro steuerfrei erben. Ist das Vermögen größer, fordert der Fiskus seinen Anteil. Um ärgerliche Steuerzahlungen zu vermeiden, besteht die Möglichkeit, die steuerlichen Freibeträge alle zehn Jahre erneut zu nutzen. Dadurch lässt sich die Aufteilung des Nachlasses gut planen und selbst große Vermögen steuerfrei übertragen.

Aber Vorsicht, seien Sie nicht zu großzügig! "Wer frühzeitig zu viel von seinem Vermögen weggibt, der kann seine eigene Alterssicherung in Gefahr bringen", warnt Tom Friess, Geschäftsführer des VZ VermögensZentrums. Damit das nicht passiert, sollten Eltern vor einer Schenkung genau prüfen, ob Sie sich diese überhaupt leisten können.

Ist der Ruhestand ausreichend gesichert?

Bevor Senioren Teile Ihres Vermögens zu Lebzeiten weitergeben, sollten sie sicherstellen, dass ihnen genügend Geld bis ins hohe Alter bleibt. Andernfalls kann es passieren, dass Vorsorgevermögen, welches der Sicherung der Alterseinkünfte dient, vorschnell aufgebraucht ist. Unter Umständen ist im Ruhestand dann mehr als nur der gewohnte Lebensstandard in Gefahr.

Das Beispiel in der Grafik zeigt: Mit einem Vermögensstock von 700.000 Euro hat das Ehepaar keine finanziellen Sorgen und kann später trotzdem noch viel Geld vererben. Wenn es aber mit 67 mehr als die Hälfte des Vermögens an das Kind verschenkt, sind die verbliebenen 300.000 Euro nach weniger als 20 Jahren aufgebraucht und das Ehepaar käme im hohen Alter in finanzielle Schwierigkeiten.

Bevor Eltern also größere Teile Ihres Vermögens weitergeben, sollten sie sich fragen: Welche Einkünfte habe ich im Ruhestand und reichen diese bis ins hohe Alter? Hier ist auch ein Puffer für notwendige Zusatzkosten durch hohe Pflegekosten einzuplanen. "Sind die Einkünfte von Anfang an knapp, sollte man rechtzeitig damit beginnen, Kapital zur Sicherung der Altersfinanzen aufzubauen", rät Friess. Eine gute Finanzplanung ist dabei sehr hilfreich. Schließlich gilt: Nur mit einem ausreichenden Finanzpolster können Senioren ihrem Ruhestand gelassen entgegen sehen.

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