Hilfe bei der Altersvorsorge

Focus, 08.11.2019

So mancher tut sich schwer bei der Altersvorsorge, weil er sich im Dschungel der Angebote nicht zurechtfindet. Dabei kann man sich Unterstützung holen. Tom Friess vom VZ VermögensZentrum erklärt, welche Unterschiede es gibt und wie man einen guten Berater findet.

Wenn Sie einen passenden Berater suchen, sollten Sie auf drei Dinge achten:

  1. Kann er Sie fachlich in dem gewünschten Bereich unterstützen?
  2. Wie verdient er sein Geld?
  3. Was ist das Ergebnis der Beratung?

"Die Frage, wie ein Berater sein Geld verdient, ist aus meiner Sicht match-entscheidend", betont Tom Friess. "Wenn ein Berater, der Sie begleitet, davon lebt, Ihnen etwas zu verkaufen –sprich: Vertriebsprovisionen bekommt –, dann habe ich immer ein ungutes Gefühl. Macht er das, weil es das beste Produkt ist für mich, oder weil er damit viel Geld verdient?"

Eine Honorarberatung ist viel sinnvoller: "Da sind Sie sicher, dass Sie einen Tipp bekommen, der wirklich auf Sie zugeschnitten ist."

Außerdem ist wichtig, dass die Beratung Entscheidungsgrundlagen schafft. Tom Friess: "Also, dass man Ihnen nicht sagt, was Sie tun müssen, sondern dass man Ihnen aufzeigt, welche Möglichkeiten es gibt und sie Ihnen so erklärt, dass Sie nachher sagen können: Diese Möglichkeit ist gut für mich."

Wie finde ich "meinen Berater"?

Es ist wichtig, sich mit einem oder mehreren Beratern persönlich zu treffen. "Sie finden nur im Gespräch heraus, ob ein Berater passt", sagt Tom Friess. "Ob von der Art und Weise, wie er Ihnen die Beratung anbietet, oder von der Chemie. Auch das darf man nicht unterschätzen, das ist in dem Bereich einfach sehr wichtig."

Der Unterschied zwischen einem Berater, der gegen Honorar arbeitet, und einem, der von Vertriebsprovisionen lebt, ist der: Der Honorarberater stellt seine Stunden in Rechnung. Nach der Beratung steht es Ihnen frei, was und ob Sie etwas davon umsetzen, was er ihnen empfiehlt, zum Beispiel ob Sie etwas investieren oder kaufen. "Damit haben Sie die Sicherheit, dass er wirklich versucht, mit Ihnen gemeinsam die passende Lösung zu finden", erklärt Tom Friess.

Lassen Sie sich zu nichts drängen

Anders beim Berater, der von Vertriebsprovisionen lebt. Die Provisionsberatung ist noch immer eine häufige Beratungsform, zum Beispiel bei vielen Hausbanken. "Der Berater verdient nur etwas, wenn er Ihnen etwas verkaufen kann, das heißt, wenn Sie etwas bei ihm umsetzen", stellt Tom Friess heraus. Für den Kunden bedeutet dies: "Es birgt die Möglichkeit des Interessenskonflikts. Sie wissen nicht wirklich, ob es das beste Produkt ist – oder ob es einfach das hauseigene Produkt ist oder das, an dem er am meisten verdient."

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