Entspannt im Ruhestand

Verkehrsrundschau, 08.11.2019

Bei der Altersvorsorge verlassen sich Unternehmer oft auf die Erlöse aus dem Firmenverkauf, Versicherungen und Erspartes. Wenn die Erträge nicht ausreichen, müssen sie sich im Rentenalter einschränken. Tom Friess vom VZ VermögensZentrum erläutert, wie Unternehmer richtig vorsorgen.

Firmeninhaber gehen häufig davon aus, vom dem Verkauf ihres Unternehmens im Alter gut leben zu können. Vielfach klappt das aber nicht. "Viele unterschätzen die Rentenlücke und überschätzen den Verkaufspreis, den sie mit ihrem Unternehmen erzielen können", sagt Tom Friess, Vorsitzender der Geschäftsführung des VZ VermögensZentrums. Er legt Unternehmern dringend ans Herz, mehrere Säulen für ihre Altersvorsorge aufzubauen. Der Ruhestands-Experte warnt: "Ohne zusätzliche private Vorsorge werden sich Unternehmer im Alter stark einschränken müssen." Seiner Erfahrung nach braucht man 70 bis 80 Prozent des letzten Einkommens, um seinen Lebensstandard im Ruhestand weiterführen zu können.

Zusätzliches Vermögen aufbauen

Unternehmer, Selbstständige und Führungskräfte brauchen Alterskapital, das sie im Rentenalter flexibel einsetzen können. Dieses Finanzpolster für den Ruhestand lässt sich ansparen, indem man früh anfängt und den Sparprozess das gesamte Erwerbsleben hindurch konsequent verfolgt.

"Unternehmer sollten zehn Prozent ihres Einkommens und die Hälfte jeder Sonderzahlung wie Boni fürs Alter anlegen", rät Tom Friess. Dabei darf das Geld nicht auf dem Konto liegen, sondern muss in rentable Geldanlagen wie Wertpapiere fließen. "Nur mit Aktien lässt sich die erforderliche Rendite erzielen, um die Altersvorsorge zu sichern", weiß der VZ-Chef.

Hohe Renditechancen mit Wertpapieren

Obwohl die Kurse von Wertpapieren stark schwanken können, haben Anleger in der Vergangenheit langfristig mit einem breit gestreuten Aktiendepot stets eine gute Rendite erhalten. "Wenn die Kurse fallen, nutzt das sogar dem Vermögensaufbau, weil Anleger mehr Anteile für das gleiche Geld bekommen", erklärt Tom Friess. Wer zum Beispiel einen monatlichen Fondssparplan nutzt, erzielt im Durchschnitt günstige Einstiegspreise. "Fonds eignen sich hervorragend, um Altersvermögen aufzubauen und dabei vom Zinseszinseffekt zu profitieren", betont Tom Friess.

Richtig investieren in ETFs

Die Risikostreuung erzielen Anleger, wenn sie in unterschiedliche Fonds, Länder und Branchen investieren. Besonders geeignet sind Indexfonds. ETFs (Exchange-Traded Funds) liegen einem Index zugrunde. Ein ETF auf den DAX beispielsweise investiert in die 30 Standardwerte des Deutschen Aktienindex. Ein ETF auf den MSCI World investiert in die wichtigsten Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen weltweit.

"ETFs sind günstig, weil sie den Index nur nachbilden und nicht aktiv gemanagt werden", erklärt Tom Friess. Die Rendite des ETF entspricht in etwa der Wertentwicklung seines Indexes. ETFs auf den MSCI World verlangen 0,2 bis 0,5 Prozent Gebühren pro Jahr. Ein vergleichbarer aktiv gemanagter Investmentfonds hingegen kostet im Durchschnitt 1,5 bis 2 Prozent. "Der Fondsmanager muss also deutlich besser als der Markt abschneiden, um die höheren Kosten wettzumachen", erläutert der Finanzexperte. Sein Tipp: Unternehmen sollten ein breit gestreutes ETF-Portfolio anlegen und regelmäßig darin investieren.

Besonders lohnenswert: Pensionszusage mit Wertpapieren

Im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung (bAV) sind Aktieninvestments für Unternehmer besonders interessant. Dafür brauchen sie eine Pensionszusage, die nicht als Leistungszusage, sondern als kapitalgedeckte Beitragszusage ausgestaltet wird. Dann können die Beiträge in vollem Umfang in Wertpapiere investiert werden. Das Alterskapital ist insolvenzsicher, indem es verpfändet und treuhänderisch verwaltet wird.

Das VZ VermögensZentrum bietet ein bAV-Konzept, das eine Pensionszusage mit ETF-Anlagen kombiniert. Beiträge können in unbegrenzter Höhe steuerfrei eingezahlt werden, auch als Entgeltumwandlung. "Unternehmer und Führungskräfte profitieren erheblich von diesem Steuerspareffekt", sagt Tom Friess. Auf diesem Weg wird erheblich mehr Alterskapital aufgebaut: "Mit dem gleichen Portfolio lassen sich so bis zu 40 Prozent mehr Alterskapital aufbauen als bei der privaten Anlage."

Die Besteuerung geschieht nachgelagert, wenn der Steuersatz niedriger ist. Mit zunehmendem Alter sinkt der Aktienanteil im Depot. Damit werden Wertverluste durch Kursschwankungen vermieden. So können Unternehmer nach und nach Teile ihres Alterskapitals beziehen, während der Rest renditeorientiert angelegt bleibt.

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