Altersvorsorge Ü50: Jetzt den Turbo einschalten

Focus, 28.08.2019

Mit 50 hat man noch genügend Zeit, um den Kapitalstock für den eigenen Ruhestand auszubauen. Tom Friess vom VZ VermögensZentrum erläutert, welche Anpassungen über 50-Jährige bei ihrer Altersvorsorge vornehmen sollten.

Im Alter von 50 Jahren haben die meisten noch 10 bis 15 Jahre Zeit bis zum Ruhestand. "Sie haben meistens das größte Potenzial, um ihre Altersvorsorge 'fertig' aufzubauen", weiß Tom Friess.

Das liegt daran, dass die großen Investitionen oft bereits abgeschlossen sind, wie zum Beispiel in das Eigenheim oder in Fahrzeuge. Die Kinder sind meist schon erwachsen vielleicht sogar schon aus dem Haus. Die Wahrscheinlichkeit unerwarteter großer Ausgaben ist jetzt geringer als mit 30 oder 40. "Das heißt, die letzten 10 bis 15 Jahre kann man nutzen, um sein Kapital noch verstärkt aufzubauen", empfiehlt Tom Friess.

Strategie für die Altersvorsorge neu ausrichten

Vorsorgesparer sollten prüfen, ob ihre bisherigen Vorsorgemaßnahmen noch passen oder was sie jetzt besser machen können. Weiß man zum Beispiel, dass man sein Kapital erst zum Renteneintritt benötigt, kann man es längerfristig renditestärker anlegen. Gelder, die man länger als sieben Jahre entbehren kann, kann man in schwankungsintensivere Anlagen wie ETFs und Aktien investieren.

"In meinen Augen macht es jedoch keinen Sinn mehr, Verträge abzuschließen oder in einer Kapitallebensversicherung etwas aufzubauen", sagt Tom Friess. Spannend und lohnenswert sind seiner Ansicht nach zwei Vorgehensweisen:

  1. Prüfen Sie Möglichkeiten, wie Sie innerhalb der betrieblichen Altersversorgung noch Kapital aufbauen können. Das ist abhängig von ihrem Arbeitgeber. Als Unternehmer, Gesellschafter-Geschäfteführer oder leitender Angestellter können Sie eine eigene betriebliche Altersversorgung einrichten. Das ist sehr interessant mit vielen Steuervorteilen.
  2. Strukturieren Sie Ihr Wertpapier-Portfolio neu. Passen Sie die Anlagestrategie an im Hinblick auf das Risiko und die Instrumente. Möglicherweise kommen jetzt auch aktive Fonds zu ETFs dazu oder Sie mischen Einzelwerte bei.

Im Hinblick auf die Rente auf Sicherheit setzen

Umdenken sollten auch Anleger, die kurz vor der Rente stehen und Papiere mit höherem Risiko im Depot haben. Sie können langsam daran denken, Gewinne mitzunehmen und auf mehr Sicherheit zu gehen. "Wenn die Kurse günstig sind, verkaufen Sie den Teil Ihrer Anlage, den Sie in Ihrem ersten Jahr im Ruhestand brauchen", erklärt Tom Friess. "Im Jahr darauf den Teil für das zweite Jahr und so weiter."

Sein Tipp: Je älter man wird, desto breiter sollte die Risikostreuung im Portfolio werden. Empfehlenswert dafür sind weltweit anlegende Fonds, zum Beispiel auf den Index MSCI World. ETFs haben dabei klare Vorteile. Sie sind kostengünstig und sicher in kleinen Stückzahlen handelbar, was wichtig ist für die spätere Entnahme.

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