Keine Angst vor dem Auf und Ab

Die Stiftung, 22.08.2018

Niedrige Zinsen, volatile Märkte, politische Unsicherheiten: Stiftungen haben es nicht leicht, mit ihren Geldanlagen erfolgreich zu wirtschaften. Martin Schulz, Stiftungs-Experte beim VZ VermögensZentrum, erklärt worauf es in diesem Umfeld ankommt.

Stiftungen haben zwei Hauptprobleme. Sie müssen die richtigen Anlageentscheidungen treffen, damit ihr Kapital nicht dauerhaft an Wert verliert. Und sie müssen genügend Erträge erzielen, um den Stiftungszweck dauerhaft finanzieren zu können.

"Entscheidend sind die Einnahmen, erst im zweiten Schritt ist der Kapitalerhalt wichtig", sagt Martin Schulz, Stiftungsberater beim VZ VermögensZentrum. "Eine Schwankung nach unten in Panikphasen gleich sich in einigen Monaten, manchmal auch Jahren sehr schnell aus." Aktien böten langfristig eine solide Rendite. Für Stiftungen ist entscheidend, dass sie regelmäßige Erträge erhalten. Martin Schulz weiß. "Ausschüttungen schwanken bei weitem nicht so stark wie Aktien selbst."

"Nicht aus Aktien aussteigen"

"Man hat ein sehr großes Timingrisiko, wenn man aussteigt", sagt Martin Schulz. "70 Prozent der Markttage sind positiv. Ich wette damit gegen den Markt, muss langfristig wieder rein. Wenn Stiftungen als Anleger emotional reagieren, ist das in der Regel nicht gut, und man sollte sich immer auch überlegen: Habe ich überhaupt die Strategie, den Markt zu schlagen?" Sein Tipp: "Ich würde für die langfristige strategische Ausrichtung nicht den Rat geben, aus Aktien auszusteigen."

Was noch ins Portfolio sollte

"Technologiewerte würde ich dann eher aussparen und mich stärker auf 'langweilige' Werte wie Nahrungsmittel konzentrieren", empfiehlt Martin Schulz. "Dann hat man bei einem Marktcrash schon weniger Risiko nach unten. Entscheidend wird sein, was man neben Aktien noch im Portfolio hat." Dabei geht es um weitaus mehr als nur Anleihen. Schulz rät, mit welchen weiteren Anlageklassen man sein Portfolio diversifizieren sollte: "Mit Gold, Immobilien und gewissen alternativen Investments, die eine ergänzende Rolle einnehmen können, um in einem Crashszenario nicht ausgeliefert zu sein."

Vorbereitet sein und richtig reagieren

Martin Schulz rät zu einer guten Vorbereitung: "Wenn ich mir vornehme, bei 30 Prozent Einbruch die Aktienquote wieder aufzustocken, und nicht den Fehler mache, die Anlageklasse zu verteufeln, wird man auch als Stiftung ein gutes Anlageergebnis erreichen." Auf Stiftungen spezialisierte Vermögensverwalter besprechen solche Vorgehensweisen im Vorfeld mit den Stiftungsvorständen. "Dann profitiert die Stiftung nicht nur kurz-, sondern langfristig, weil sie zu sehr tiefem Kurs eingekauft hat und sich nun das attraktive Dividendenniveau für die Zukunft sichert", erklärt Martin Schulz.

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