Der Computer legt Geld an

Hessische Allgemeine, 22.10.2018

Robo-Advisor boomen: Anleger in Deutschland haben bereits mehr als zwei Milliarden Euro bei digitalen Vermögensverwaltern angelegt. Sie punkten mit niedrigen Gebühren und kalkulierbarem Risiko. Doch Tom Friess vom VZ VermögensZentrum weiß: Ein Computer ersetzt keine individuelle Beratung.

Robo-Advisors sind Computerprogramme, die Geld nach vorgegebenen Regeln selbstständig anlegen und bewirtschaften. Der Anleger gibt unter anderem an, welche Anlage- und Renditeziele er verfolgt, über welche Wertpapier-Kenntnisse er verfügt und wie sein Risikoprofil aussieht. Aus diesen Daten erstellt der Robo-Advisor ein Anlegerprofil mit der dazu passenden Anlagestrategie. Gemäß der gewählten Strategie wird das Geld in ETFs, Investmentfonds und Aktien investiert. Der Robo-Advisor prüft regelmäßig, ob die Strategie eingehalten wird, und schichtet die Anlagen entsprechend um.

Robo-Advisors sind gut geeignet, um bereits kleine Vermögen anzulegen oder Sparpläne umzusetzen. Die Gebühren sind gering, sowohl für den Robo-Advisor als auch wenn die günstigen ETFs zum Einsatz kommen. Niedrige Gebühren helfen beim Kapitalaufbau, denn sie kommen direkt der Rendite zugute. Und diese überzeugt oft, denn passive Indexfonds schneiden oft besser ab als teurere aktiv gemanagte Fonds.

Unerfahrene Anleger können aber oft nur schwer beurteilen, welche Anlagestrategie für Sie am besten ist und welchen Empfehlungen sie folgen sollten. Denn: "Ein Computerprogramm ersetzt keine individuelle Beratung", sagt Tom Friess vom VZ VermögensZentrum. Das gilt insbesondere bei größeren und komplexen Vermögen. Robo-Advisor verwalten nichts als Geldvermögen. Wer aber auch Immobilien oder Firmenbeteiligungen im Portfolio hat, ist damit nicht ausreichend bedient.

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