Ruhestand ohne Sorgen

Euro, 1.12.2017

Die Einkommenslücke im Rentenalter lässt sich mit verschiedenen Bausteinen schließen. Tom Friess und Michael Huber geben Tipps, wie man die dafür benötigte Summe ausrechnet und wie man sich vom dem Geld im Rentenalter eine Zusatzrente auszahlt.

Den meisten Erwerbstätigen ist bewusst, dass sie über die gesetzliche und betriebliche Altersversorgung hinaus privat vorsorgen müssen. Doch die meisten wissen nicht genau, wie viel Geld sie im Rentenalter benötigen, um ihre Einkommenslücke zu decken.

„Eine Lücke besteht, wenn die regelmäßigen Einnahmen im Alter die laufenden Ausgaben nicht decken“, weiß Michael Huber. Um herauszufinden, wie groß die Lücke ist, helfen diese drei Fragen:

  • Wie groß ist meine Einkommenslücke im Ruhestand?
  • Wie viel Kapital benötige ich zum Zeitpunkt der Pensionierung, um die Lücke zu schließen?
  • Wieviel muss ich heute sparen, um dann das notwendige Kapital zur Verfügung zu haben?

Attraktive Zusatzrente mit der Etappenstrategie

Tom Friess erläutert, wie Rentner ihr aufgebautes Vermögen am besten nutzen, um sich davon eine Zusatzrente zu organisieren. „Eine bewährte Anlagestrategie für Senioren, die ihr Kapital erhalten, zugleich aber auch Geld entnehmen wollen, ist die Etappenstrategie.

Dabei wird das Geldvermögen in einen Verbrauchs- und einen Wachstumsteil aufgeteilt – je nachdem, ob Entnahme oder Erhalt im Vordergrund steht. Die Aufteilung erfolgt individuell.

Die Etappenstrategie arbeitet in Zehnjahresphasen. Für die erste Dekade werden die gewünschten Auszahlungen festgelegt – dieser sogenannte Verbrauchsteil fließt in werthaltige Fonds. Der Rest wandert renditeorientiert in einen separaten Topf. Aus dessen Gewinnen speist sich ab der zweiten Dekade der neue Verbrauchsteil, während der Wachstumstopf unverändert investiert bleibt.

Der entscheidende Vorteil: Der Senior erhält regelmäßig Geld, ohne dass das angelegte Vermögen schmilzt."

Die Inflation berücksichtigen

Wichtig ist es, beim Berechnen der Einkommenslücke an die Inflation zu denken. Diese liegt in Deutschland seit 1950 im Durchschnitt bei 2,53 Prozent.

„Auf den ersten Blick erscheint ein solcher Preisanstieg vernachlässigbar, doch haben auch solche relativ niedrigen Raten bei längeren Zeitperioden große Auswirkungen", sagt Michael Huber, der mit Tom Friess den Ratgeber „Finanzcoach für den Ruhestand“ veröffentlicht hat.

Sein Tipp: Einnahmen und Ausgaben sollten mit unterschiedlichen Inflationsraten durchgerechnet werden. Dabei sollte man für die Einnahmen eine niedrigere Inflationsrate ansetzen als für die Ausgaben, denn: „Versorgungslücken werden erfahrungsgemäß eher zu klein als zu groß eingeschätzt."

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