Online-Depots – günstig und flexibel

Stuttgarter Zeitung, 30.05.2017

Immer mehr Privatanleger verwalten ihr Wertpapier-Depot online. Michael Huber vom VZ VermögensZentrum gibt Tipps, worauf sie dabei achten sollten.

Anleger sind bei Haus- und Großbanken nicht besonders gut aufgehoben. Berater handeln oft im eigenen Interesse, verkaufen hauseigene oder provisionsstarke Produkte, und das noch zu hohen Gebühren. Kein Wunder, dass immer mehr Privatanleger den Finanzdienstleister wechseln, um selbst über ihre Geldanlage mitbestimmen zu können und zudem ihre Kosten zu senken.

Beim Aufbau des eigenen Depots sollten Anleger darauf achten, dass es auf ihre Risikofähigkeit und Risikobereitschaft abgestimmt ist. Das geschieht dadurch, dass sie das Geld über verschiedene Anlageklassen streuen, wie Aktien oder Anleihen. Außerdem ist es wichtig, das Depot stets im Auge zu behalten: "Anleger sollten das tägliche Geschehen und die Produkte regelmäßig beobachten und nur Aktien oder Fonds kaufen, die sie auch verstehen", rät Michael Huber vom VZ VermögensZentrum.

Aktiv bewirtschaften, am besten nach Regeln

Wichtig ist, dabei nicht aus dem Bauch heraus zu handeln. Viele machen den Fehler, Papiere zu verkaufen, wenn die Kurse sinken, und zu kaufen, wenn die Kurse schon gestiegen sind. Besser ist es, sich an intelligente Regeln zu halten. Diese helfen Fehlentscheidungen zu vermeiden, das Depot vor Verlusten zu schützen, Gewinne zu realisieren und langfristig mehr Rendite zu erzielen.

"Eine einfache, aber effektive Regel ist das Rebalancing", erklärt Huber. "Besteht ein Depot beispielsweise zur Hälfte aus Aktienfonds und zur anderen Hälfte aus Anleihefonds, verschiebt sich das Gleichgewicht, wenn die Aktien steigen. Wird eine bestimmte Grenze überschritten, sollten Anleger das als Auslöser nehmen, die Balance im Depot wiederherzustellen. Das gilt umgekehrt auch, wenn die Aktienkurse fallen."

Auf die Strategie kommt es an

Mit einem Online-Depot können Anleger ganz einfach und günstig Wertpapiere verwalten. Bei reinen Online-Anbietern haben sie jedoch keine Filiale oder keinen Ansprechpartner, den sie um Rat fragen können. Dabei ist es essentiell für den Anlageerfolg, seine persönliche Anlagestrategie festzulegen und konsequent umzusetzen. "Die Anlagestrategie macht deutlich über die Hälfte des Erfolgs aus", betont Experte Michael Huber.

Wer nicht über genügend Fachwissen und Zeit verfügt, um sich kontinuierlich um sein Depot zu kümmern, kann sein Anlagekapital von Vermögensverwaltern bewirtschaften lassen. Dieser Schritt ist für viele Anleger auch emotional eine Entlastung, denn viele können und wollen nicht immer wieder Entscheidungen treffen, die das Ersparte und ihre Zukunft beeinflussen. Laut Michael Huber sind Investitionen in Aktien und Fonds dabei der richtige Weg. "Es gibt heute wenig andere Möglichkeiten, Renditen zu erwirtschaften."

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