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Newsletter vom 10. September 2021

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Bitcoin als Geldanlage? So riskant ist die Investition für Privatanleger

Kryptowährungen bieten attraktive Kurschancen, bergen aber auch hohe Risiken. Im Gesamtportfolio sollten sie deshalb – wenn überhaupt – nur eine Beimischung sein. Der Schwerpunkt sollte auf Aktien und ETFs liegen.

Der Bitcoin war mal ganz billig. Kurz nach dem Start 2010 lag der Kurs bei 0,08 US-Cent. Heute ist er die teuerste Kryptowährung der Welt. Den bisherigen Höchststand von 64.895 Dollar (am 14. April 2021) hat er zwar noch nicht wieder erreicht, aber mit einem Preis von rund 50.000 Dollar bewegt er sich noch immer in astronomischen Dimensionen. Wer zum Bitcoin-Start 100 Dollar investiert hat, konnte damit 1.250 Bitcoins erwerben, die heute über 60 Millionen Dollar wert sind. Und das steuerfrei, denn wer Kryptowährungen länger als ein Jahr hält, muss von dem Gewinn nichts ans Finanzamt abgeben. Genial, oder?

Immer wieder Goldgräberstimmung im Internet

Mit Kryptowährungen das schnelle Geld im Netz zu machen, klingt für viele sehr reizvoll. Viele Anleger fragen sich, ob sie damit eine renditestarke Alternative finden (Lesen Sie dazu: "Die 10 wichtigsten Fragen zu Kryptowährungen"). In Presseartikeln, sozialen Netzwerken, Werbeanzeigen und Werbe-Emails werden Erfolgsgeschichten erzählt und hohe Renditechancen versprochen. Doch wo riesige Gewinne locken, sind die Verlustrisiken mindestens genauso hoch. 

Viele Deutsche stehen Kryptowährungen eher skeptisch gegenüber (siehe Grafik). Seit Jahren warnen Verbraucherzentralen, die Bundesregierung, die Bundesbank, die Bankaufsichtsbehörde Bafin und die European Securities and Markets Authority (ESMA) der EU vor Kryptowährungen und Finanzinstrumenten, die darauf basieren. Bevor man sein Geld investiert, sollte man die Produkte jedenfalls genauer unter die Lupe nehmen.

Kryptowährungen: Interesse ist vorhanden, aber die Skepsis ist groß
Ergebnisse vom Juni 2021; Mehrfachnennungen möglich
Kryptowährungen: Interesse ist vorhanden, aber die Skepsis ist groß

Quelle: Bitkom Research

1. Kryptowährungen: Gewinnchancen mit extremen Risiken

Mit einer digitalen Geldbörse ("Wallet") und einem Konto bei einer Kryptobörse kann jeder Bitcoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen kaufen und aufbewahren. Auch Bruchteile lassen sich erwerben, zum Beispiel 0,0002 Bitcoins. Dann heißt es, auf Kursgewinne zu hoffen und zu warten. Verkäufe gelten als private Veräußerungsgeschäfte und sind ab einem Jahr Haltedauer steuerfrei Anleger sollten sich aber darüber im Klaren sein, dass Kryptowährungen hochspekulativ sind: Die Kurse sind extrem volatil und können innerhalb kürzester Zeit stark an Wert gewinnen oder verlieren. Kryptowährungen sind deshalb nur für risikofreudige Anleger geeignet.

Es gibt Tausende von Kryptowährungen, von denen aber mit großer Wahrscheinlichkeit nicht alle dauerhaft am Markt bestehen werden. Kryptos haben keinen realen Gegenwert, ihr Kurs hängt vorwiegend von Angebot und Nachfrage ab. Sie sind kein gesetzliches Zahlungsmittel und nur wenige Geschäfte in Deutschland akzeptieren diese. Zinsen oder Dividenden gibt es keine, der Markt ist kaum reguliert, und viele Anbieter von Wallets und Börsen sitzen schwer erreichbar im Ausland.

2. Initial Coin Offering

Mit einem "Initial Coin Offering" (ICO) sammelt ein Unternehmen mittels einer Art Crowdfunding Investorengelder ein, um eine neue Kryptowährung zu starten oder eine App oder eine Dienstleistung zu entwickeln. Dafür bietet das Unternehmen im Internet oder in sozialen Netzwerken so genannte Token oder Gutscheine zum Kauf an. Anders als Börsengänge von Aktienunternehmen sind ICOs unreguliert. Ist das Geschäftsmodell unausgereift, noch keine Produkte vorhanden und die Informationslage dünn, besteht ein hohes Risiko – auch an eines der schwarzen Schafe zu geraten.

3. Schein-Kryptowährungen

Unseriöse Unternehmen geben vor, eine Kryptowährung aufzulegen. Echte Kryptowährungen werden aber gar nicht zentral von einer Stelle geführt, sondern sind dezentral. Ein spektakulärer Fall war die Firma OneCoin, die mit dem Verkauf von Tokens und Schulungspaketen ein Schneeballsystem betrieb und 3,5 Millionen Anleger um ihr Geld brachte. 

4. Finanzprodukte mit Kryptowährungen

Seit kurzem gibt es Fonds, die sich an Privatanleger richten, denen der Kauf von Kryptowährungen zu aufwendig erscheint. Bei aktiven Investmentfonds kümmern sich Fondsmanager darum, die Kryptowährungen auszuwählen und die Depots zu bewirtschaften; das kostet aber Rendite. Der erste Bitcoin-ETF bildet die Entwicklung des Bitcoin ab, bietet den Anlegern aber die bei ETFs übliche Sicherung ihrer Anlagen, da diese bei ETFs zum Sondervermögen gehören. Anders bei Exchange-Traded Notes (ETN) auf Kryptowährungen, denn diese sind Inhaberschuldverschreibungen und trotz Hinterlegung der Kryptowährung als Sicherheit nicht vor einer Insolvenz des Herausgebers geschützt. Außerdem gibt es Derivate wie Futures und Zertifikate, die aufsteigende oder sinkende Kurse von Kryptowährungen spekulieren. Solche Finanzkonstrukte sind teuer, schwer nachvollziehbar, riskant und ebenfalls nicht vor Verlusten und einer Insolvenz geschützt.

Tipp: Richtiges Vorgehen bei der Geldanlage

Es gibt keine Geldanlagen, mit denen man ohne Risiko und Aufwand in kurzer Zeit garantiert enorme Gewinne macht. Möchten Sie Vermögen aufbauen oder Ihr Geld sinnvoll anlegen, entwickeln Sie zunächst Ihre individuelle Anlagestrategie. Diese ist auf Ihr persönliches Risikoprofil abgestimmt. Bei der Umsetzung setzen Sie am besten auf ein breit gestreutes Portfolio mit ETFs auf Aktien, Anleihen und Immobilien. Dabei kommt es darauf an, dass Sie einen ausreichend langen Anlagehorizont haben. Riskante Anlageinstrumente wie Kryptowährungen sollten nur eine Beimischung sein. Darin sollten Sie nur Geld investieren, auf das Sie nicht angewiesen sind.

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