Tipps zu Vermögen und Ruhestand

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Newsletter vom 13. August 2021

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Wie Sie bei der Abfindung Steuern sparen und gleichzeitig Ihre Altersvorsorge verbessern

Wer eine Abfindung bekommt, muss viel Steuern zahlen – oder kann mit den richtigen Maßnahmen seine Steuerlast senken. Eine große Ersparnis bringt, einen Teil der Abfindung steuerfrei in Maßnahmen zur Altersvorsorge umzuwandeln. Dabei kommen gleich mehrere Möglichkeiten infrage.

Abfindungen müssen voll versteuert werden – je größer die Summe, desto höher die Steuerbelastung. Wichtig: Damit nicht ein großer Teil der Abfindung ans Finanzamt geht, müssen Sie schon vor der Auszahlung aktiv werden. Planen Sie zusammen mit Ihrem Arbeitgeber, wie die Abfindung steuerschonend gestaltet werden kann. Mit dem Ziel, dass Sie netto mehr von dem Geld bekommen und gleichzeitig an mehreren Stellen Ihre Altersvorsorge verbessern. 

Dafür haben Sie mehrere Optionen: 

1. Sonderzahlung an die Rentenkasse

Sind Sie über 50, können Sie mit freiwilligen Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung Ihren Rentenanspruch erhöhen und Abschläge ausgleichen, die bei einem vorzeitigen Rentenbezug anfallen. Der Arbeitgeber kann – vor Steuern – Teile der Abfindung direkt in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. 

2. Investition in Ihre betriebliche Altersversorgung

Eine weitere Steuerersparnis kann eine Einzahlung in die Pensionszusage bringen, denn im Rahmen der Entgeltumwandlung können Sie unbegrenzt steuerfrei Beiträge einzahlen. Gleichzeitig bekommen Sie damit mehr Alterskapital, um einem erhöhten Versorgungsbedarf gerecht zu werden. Die Renten müssen zwar versteuert werden, aber meist ist der persönliche Steuersatz dann niedriger, weil das Einkommen geringer ist. Viele Unternehmer, Gesellschafter-Geschäftsführer, Geschäftsführer von GmbHs oder AGs sowie Fach- und Führungskräfte können dafür die bestehenden Pensionszusagen Ihres Arbeitgebers nutzen oder sich von ihm eine neue Pensionszusage einrichten lassen.

Anders bei einer Direktversicherung: Abfindungen dürfen nur begrenzt steuer- und sozialabgabenfrei eingezahlt werden. Der Höchstbetrag hängt ab von der Beitragsbemessungsgrenze (West) für die Rentenversicherung (2021: 85.200 Euro). Sie dürfen einen Betrag in Höhe von 8 Prozent dieser Summe einzahlen, das sind 6.814 Euro. Hinzu kommt ein Betrag in Höhe von 4 Prozent (3.408 Euro), multipliziert mit höchstens 10 Jahren Betriebszugehörigkeit, also höchstens 34.080 Euro. Beide Beträge zusammen ergeben 40.896 Euro.

3. Basisrente

In die Basisrente (Rürup-Rente) können Ledige 2021 bis zu 25.787 Euro einzahlen, Ehepaare das Doppelte. Davon sind in diesem Jahr 92 Prozent steuerlich absetzbar, also 23.724 bzw. 47.448 Euro. Die Basisrente steht grundsätzlich allen in Deutschland Steuerpflichtigen offen. Sie ist besonders interessant für Führungskräfte und angestellte Top-Verdiener, die steuerbegünstigt eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen wollen, zum Beispiel weil Gehaltsbestandteile oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von der gesetzlichen Rentenversicherung nicht abgedeckt werden. Die Rentenzahlung muss versteuert werden, aber zum niedrigeren persönlichen Steuersatz.

Das Beispiel in der Grafik zeigt, wie viel man mit diesen und weiteren Optimierungsmaßnahmen aus der Abfindung herausholen kann. In diesem Fall wurden die Auszahlung der Abfindung und alle damit verbundenen Maßnahmen ins Folgejahr verschoben und es wurden Ausgaben getätigt. Außerdem kommt die Fünftel-Regelung zum Zuge. Dabei wird die Steuerbelastung für das reguläre Einkommen mit der für das Einkommen plus einem Fünftel der Abfindung verglichen. Die Differenz wird verfünffacht und der Steuerbelastung für das Einkommen hinzugerechnet.

Optimierte Abfindung bringt netto fast 100.000 Euro mehr
Beispiel: 57-Jähriger, verheiratet, Berechnung nach Splitting-Tabelle 2021, ohne Kirchensteuer, Beträge gerundet
Optimierte Abfindung bringt netto fast 100.000 Euro mehr

Berechnung: VZ VermögensZentrum

Darüber hinaus sollten Sie prüfen, welche weiteren Maßnahmen in Ihrem Fall infrage kommen: 

  • Vorauszahlung zur Kranken-/Pflegeversicherung: Privat sowie freiwillig gesetzliche Krankenversicherte können für drei Jahre ihre Beiträge vorauszahlen und dies steuerlich geltend machen.
  • Einzelveranlagung wählen: Dieses könnte sich lohnen, wenn ein Ehepartner neben der Abfindung kaum weitere Einkünfte hatte und der andere ein hohes Einkommen hat.
  • Kirchensteuer senken: Auf Antrag kann die Kirche bis zu 50 Prozent der Kirchensteuer auf die Abfindung erlassen.

Tipp: Ein kleines Plus bringt der "Corona-Bonus". Der Arbeitgeber kann Ihnen bis März 2022 insgesamt 1.500 Euro steuerfrei auszahlen und die Abfindung um diesen Betrag mindern.

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