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Newsletter vom 13. Oktober 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Deutschlands Erholung verzögert sich: Der Wachstumsboom nach der Corona-Krise bleibt in Deutschland vorläufig aus. Als vorerst letztes großes Institut hat der Internationale Währungsfonds (IWF) diese Woche die Konjunkturprognosen für das laufende Jahr gesenkt. So soll in Deutschland das Wirtschaftswachstum nur noch 3,1 Prozent betragen. Das sind 0,5 Prozentpunkte weniger als noch im Frühling prognostiziert wurde. Zuvor hatten bereits die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und das Ifo-Institut in München ihre Vorgaben für Deutschland gesenkt. Einzig für die Eurozone werden die Wachstumsraten dank Frankreich und Italien leicht erhöht. Rosiger sehen die Aussichten Deutschlands jedoch für nächstes Jahr aus. Dann soll laut IWF das in diesem Jahr verpasste Wachstum nachgeholt werden. Zu beachten ist, dass die derzeitige Konjunkturentwicklung krisenbedingt ohnehin überdurchschnittlich ausfällt. In den beiden Jahren vor der Pandemie war das Wachstum sowohl in Deutschland als auch in der Eurozone deutlich gedämpfter. Der globale Wachstumsmotor bleibt China. Das Land blieb als einziger Wirtschaftsraum 2020 von einer Rezession verschont. (siehe Grafik).

Wirtschaftswachstum im Vergleich
Veränderung des Bruttoinlandprodukts gegenüber Vorjahr (in Prozent)
1) Prognose
Wirtschaftswachstum im Vergleich

Quelle: IWF

Als Grund für die wirtschaftliche Verlangsamung nennen die Ökonomen des IWF hauptsächlich die Delta-Variante des Coronavirus, welche die Rückkehr zur Normalität erschwere. So sind in den vergangenen Wochen etwa in China ganze Häfen oder wichtige Produktionsstandorte wegen lokalen Ausbrüchen temporär geschlossen worden.  Solche Zwischenfälle haben die globalen Lieferketten in den letzten Wochen empfindlich gestört oder ganz lahmgelegt. Das führte wiederum zu Materialengpässen und zur Angebotsverknappung vieler Produkte. In den kommenden Monaten, so sind sich zahlreiche Ökonomen einig, sollten diese Schwierigkeiten behoben werden. 

Globale Steuerreform nimmt Hürde: Nach dem Einlenken von Irland hat die weltweite Unternehmenssteuerreform ein weiteres Hindernis überwunden. Das Niedrigsteuerland, das den Europasitz vieler digitaler Großkonzerne beheimatet, hat sich dem internationalen Druck gebeugt – zusammen mit Estland und Ungarn, den letzten verbliebenen EU-Ländern, die zuvor noch nicht zugestimmt hatten. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) will weltweit einen Mindeststeuersatz für Unternehmen von 15 Prozent einführen. Global tätige Konzerne werden so jährlich rund 150 Milliarden US-Dollar zusätzlich an Steuern abführen müssen.

US-Jobdaten enttäuschen: Der amerikanische Arbeitsmarkt verbessert sich weiter – aber weniger stark als erhofft. Außerhalb der Landwirtschaft sind im September 194.000 Jobs geschaffen worden. Analysten hatten mit 500.000 neuen Stellen gerechnet. Als positiv taxiert wird hingegen, dass die mit unterschiedlichen Daten ermittelte Arbeitslosenquote von 5,2 auf 4,8 Prozent sank. Die Fed stützt sich bei ihrer Geldpolitik stark auf die Arbeitsmarktdaten. Die Geldschwemme dürfte dann gedrosselt werden, wenn sich eine nachhaltige Erholung am Jobmarkt abzeichnet. Nun bleibt offen, ob die Notenbank wie angekündigt ab November die Wertpapierkäufe im Umfang von 120 Milliarden US-Dollar pro Monat allmählich zurückfährt.

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