Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 6. Oktober 2021

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

Ölpreise klettern auf Mehrjahreshoch: Die Lage am globalen Energiemarkt ist angespannt. Während die Notierungen für Erdgas sich seit Januar vervielfacht haben, klettern nun auch die Ölpreise munter nach oben. Ein Barrel (159 Liter) des amerikanischen Rohöls WTI kostet so viel wie seit sieben Jahren nicht mehr, auch die Nordsee-Sorte Brent befindet sich auf dem höchsten Stand seit Herbst 2018. Angetrieben wird diese Entwicklung durch einen Entscheid der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC+), ab November den Ölhahn nicht stärker als geplant aufzudrehen.  

Entwicklung des Ölpreises
Die Notierungen für ein Barrel (159 Liter) der Rohöl-Sorte WTI sind auf dem höchsten Stand seit 2014 (Werte in US-Dollar).
Entwicklung des Ölpreises

Quelle: EIA

Damit trifft eine von der Wirtschaftserholung getriebene starke Nachfrage nach Öl auf ein weiterhin knappes Angebot. Experten gehen deshalb davon aus, dass ein Ende dieses Preisanstiegs vorerst nicht in Sicht ist. Entsprechend harsch ist in den vergangenen Tagen die Reaktion an den Finanzmärkten ausgefallen. Der Deutsche Aktienindex (DAX) ist zeitweise auf den tiefsten Stand seit Ende März gefallen und US-Aktien haben die Kursgewinne der vergangenen drei Monate eingebüßt. Der Grund dafür ist der Zusammenhang zwischen Ölpreis und Inflation. Da Öl im vergangenen Jahr wegen der Pandemie sehr günstig war, trägt die Preisexplosion überdurchschnittlich zur Teuerung bei. Die Gretchenfrage für Anleger lautet nun: Ist die erhöhte Inflation nur temporär oder ist sie anhaltend? Letzteres wäre ein negatives Signal für Aktionäre. Denn eine anhaltend hohe Inflation erhöht den Druck auf die Notenbanken, die Zinsen schneller als erwartet anzuheben. Gleichzeitig kann infolge der Teuerung die Wirtschaftserholung abgewürgt werden. Viel wahrscheinlicher ist aus heutiger Sicht, dass es sich beim aktuellen Inflationsdruck vor allem um Aufhol- und Sondereffekte handelt. Diese dürften sich in den kommenden drei bis neun Monaten wieder zurückbilden. In einem solchen Umfeld bleiben Aktien für Anleger die erste Wahl.   

Welthandel wieder über Vorkrisenniveau: Der globale Warenaustausch befindet sich wieder über dem Volumen, das vor Ausbruch der Corona-Pandemie erreicht worden war. Das teilte die Welthandelsorganisation WTO mit. Dieses Jahr wird der Welthandel gemäß WTO-Prognose um 10,8 Prozent wachsen. Noch im März war das Gremium von einem Plus von 8 Prozent ausgegangen. Treiber der Erholung sind die asiatischen Exporte. Diese dürften fast 15 Prozent höher ausfallen als 2019. Auch die Ausfuhren von Europa und Nordamerika haben sich weitgehend erholt. Derweil hinken Afrika und der Nahe Osten dieser positiven Entwicklung hinterher. Die WTO hat auch für 2022 die Prognosen für das Wachstum des Welthandels angehoben – von 4 auf 4,7 Prozent. Allerdings verweist die Welthandelsorganisation auf zwei Unsicherheiten: Einerseits ist es der unterschiedliche Zugang zu Impfstoffen, um die Pandemie zu bekämpfen. Andererseits könnten auch Engpässe bei wichtigen Produkten wie Mikrochips sowie Staus in den großen Handelshäfen die Wachstumsaussichten dämpfen.

USA droht Zahlungsausfall: Die Vereinigten Staaten könnten laut Finanzministerin Janet Yellen Mitte Oktober zahlungsunfähig werden. Yellen befürchtet für diesen Fall, dass die USA in eine Rezession abrutschen könnte. Um die Insolvenz abzuwenden, muss sich der Kongress auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze einigen. Ein solcher Vorgang hat in den USA Tradition. Seit 1960 ist diese Grenze, die wie die Schuldenbremse in Deutschland zur Disziplinierung der Ausgaben eingesetzt wurde, 78 Mal angehoben oder ausgesetzt worden. Immerhin konnte ein neuer Shutdown inzwischen abgewendet werden. Sowohl der Senat wie auch das Repräsentantenhaus haben den Weg frei gemacht für einen Übergangshaushalt. Mit diesem kann ein Stillstand der Verwaltung (ein sogenannter Shutdown) vermieden werden. Mit der Überbrückungsregelung ist der Betrieb der amerikanischen Bundesregierung in den kommenden neun Wochen finanziert. 

Fokus: Die meisten aktiven Fonds sind ihr Geld nicht wert

Nur jeder vierte Fondsmanager schafft es, mehr als die durchschnittliche Marktrendite zu erzielen. Kostengünstige ETFs sind eine lohnende Alternative.

Fondsmanager geraten allmählich in Erklärungsnot: Drei von vier Geldprofis haben in den letzten fünf Jahren mit ihren Fonds schlechter als der Marktdurchschnitt abgeschnitten – gemessen am US-Börsenindex S&P 500. Das ist das Fazit einer Untersuchung des Finanzportals Block-Builders.

Hohe Kosten drücken die Rendite

Ein Grund für das schlechte Abschneiden sind die hohen Gebühren vieler aktiver Fonds. Denn wenn jedes Jahr 1,5 oder sogar 2 Prozent abgezogen werden, fällt für die Anleger ein großes Stück vom Rendite-Kuchen weg.

Ein besonders großer Posten sind Ausgabeaufschläge. Häufig berechnen Banken beim Kauf von Aktienfonds rund 5 Prozent Ausgabeaufschlag. Bei einem Fondskauf über 50.000 Euro können auf diese Weise 2.500 Euro Kosten anfallen. Der Anlagebetrag schmilzt dadurch auf 47.500 Euro. Diesen Fehlbetrag muss der Fonds erst einmal aufholen, bevor Anleger ins Plus kommen können.

Keine Ausgabeaufschläge und niedrige Gebühren bei ETFs

Warum sollten Anleger also überhaupt noch in aktive Fonds investieren? Schließlich gibt es eine kostengünstige Alternative. Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) bilden einen Index wie den DAX oder den weltweiten MSCI World ab. Sie kosten wesentlich weniger als aktive Fonds. Oft liegen ihre Gebühren zwischen 0,1 und 0,4 Prozent pro Jahr. Denn weil ETFs Märkte einfach passiv nachbilden, können sie auf ein teures Fondsmanagement verzichten. Außerdem fallen beim Kauf von ETFs keine Ausgabeaufschläge an. Diese Kostenvorteile werden an die Anleger weitergegeben und kommen der Nettorendite spürbar zugute. Eine Erfolgsgarantie ist das natürlich nicht: Wie aktive Fonds sind ETFs auch Schwankungen unterworfen und können bei ungünstigen Marktentwicklungen Verluste erleiden. Ebenso können bei internationalen Investments Fremdwährungsrisiken bestehen. Im Vergleich zu aktiven Fonds wirken sich die niedrigeren Gebühren aber positiv auf die Performance aus.

Wo Fondsmanager Mehrwert bieten

Bei ETFs können sich Anleger darauf verlassen, dass sie immer in etwa so abschneiden wie der Markt. So hat zum Beispiel der MSCI World in den vergangenen fünf Jahren um insgesamt rund 80 Prozent zugelegt. Diesen Zuwachs hätten Anleger ganz bequem mit einem ETF erreichen können, ohne auf teure aktive Fonds zurückgreifen zu müssen.

Es gibt aber auch Branchen und Märkte, in denen es sinnvoll ist, in ausgewählte aktive Fonds zu investieren: dort etwa, wo Fondsmanager echten Mehrwert bringen können, weil es keine verlässlichen Indizes gibt. Hier kann es sich in bestimmten Fällen lohnen, Mehrkosten für aktive Fonds in Kauf zu nehmen.

Was Anleger jetzt tun sollten

Finden Sie heraus, ob Sie überteuerte Fonds in Ihrem Depot haben und ob diese nach Kosten mehr Rendite erwirtschaften als der Markt. Hinterfragen Sie auch, wie hoch der Anteil an bankeigenen Produkten in Ihrem Depot ist. Banken legen diese ihren Kunden ins Depot, weil sie am meisten daran verdienen – nicht aber, weil diese objektiv am besten abschneiden.

Machen Sie einfach den kostenlosen Depot-Check: Die Anlage-Experten des VZ analysieren Ihr Depot und zeigen Ihnen, welches Optimierungspotenzial besteht und wie viel Kosten Sie sparen können.

Kostenlosen Depot-Check machen

Mehr erfahren Sie im nächsten Webinar „Tipps aus der Anlageberatung“ am 13. Oktober. 
Jetzt anmelden


Weitere Informationen erhalten Sie kostenfrei beim VZ: 

Merkblatt "Sparen bei der Geldanlage: Auf diese Gebühren sollten Sie achten"

Merkblatt "Kleine Unterschiede: So holen Sie mehr aus Ihren Anlagen"

 

Diese Seite teilen